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Wertungskommission

01/B/2010


 

Notation

1.d4 d5 2.e4 dxe4 3.Sc3 e5 4.Sxe4 Dxd4 5.Ld3 Sc6 6.Sf3 Dd5 7.0–0 Lg4 8.h3 Lh5 9.c4 Dd7 10.Sg3 Lg6 11.Lxg6 hxg6 12.Da4 0–0–0 13.Le3 a6 14.Tad1 De8 15.Txd8+ Dxd8 16.c5 Sf6 17.Td1 De8 18.b4 Sd7 19.Tb1 De6 20.b5 axb5 21.Txb5 Sdb8 22.Sg5 Dd5 23.Se2 Le7 24.Se4 Sd4 25.S2c3 Dd7 26.c6 Dxc6 27.Lxd4 exd4 28.Dxd4 f5 29.Sd5 Te8 30.Sxe7+ Txe7 31.Sc3 Df6 32.Dd3 Te1+ 33.Kh2 c6 34.Dd2 Tf1 35.Ta5 Dd8 36.Dxd8+ Kxd8 37.Ta8 Kc7 38.Kg3 g5 39.Se2 Td1 40.f4 Td3+ 41.Kf2 gxf4 42.Sxf4 Td6 43.Ta5 g6 44.g4 fxg4 45.hxg4 Sd7 46.Tg5 Sf8 47.Ke3 Tf6 48.Ta5 Se6 49.Sd3 Tf1 50.Se5 g5 51.Sf3 b5 52.Ta7+ Kd6 53.Tf7 Ta1 54.Tf6 Ke7 55.Tg6 Txa2 56.Sxg5 Sxg5 57.Txg5 Tc2 58.Tg8 b4 59.g5 c5 60.Tb8 Tg2 61.Kd3

Diagramm

Diagramm

Anträge

Weiß beantragt in der Berufung Remis

Deine Begründung:
> >Die eingesendeten Varianten von Schwarz führen alle zum Gewinn bei bestem Spiel von weiß. >
Die Einschätzung ist nicht richtig, ich akzeptiere die Abschätzung nicht. Die Partie ist eine theoretische Remisstellung!
> >Weiß kann keinen 6-Steiner erreichen, der für ihn remis ist. Weiß hingegen beantragt ohne Varianten theoretisch remis. >
Da ich nur remis will, brauche ich dazu keine Varianten anzugeben, wo ist aber die angeblich schwarze Gewinnvariante?? Mein Gegner muß doch eine angeben, wo ist sie? Ich habe meinen Abgabezug mit Kd3 gemacht, wie soll denn angeblich Schwarz gewinnen??
Schlägt z.B. Schwarz auf g5 ist es nach Kc4 sofort remis. Hast Du keine Endspiel-Datenbank????
Schlägt er nicht ,spielt Weiß den König ebenfalls nach c4. Schwarz kommt keinen Deut weiter.
Der weiße g-Bauer fällt auch nicht ,weil dann der c-Bauer verlorengeht.
Das Endspiel ist auch für Schwarz theoretisch gewonnen, da Weiß bei bestem Spiel seinen g-Bauern nicht mehr halten kann. >
Hier ist schon ein Widerspruch: Einerseits würde durch ein Schlagen auf g6 ein 6-Steiner erreicht, was Du selbst als remis oben einschätzst.Anderereits führst Du aus, daß der g -Bauer verlorengeht ,wonach eb en die theoretische Remiststellung entsteht. Anders kommt aber schwarz nicht weiter. Das hat SF ... sicher alles erkannt, deshalb hat er auch die Partie nicht weitergespielt (Urlaub vorher), was nicht unbedingt von Fairneß zeugt. Wo blieb die sportliche Lösung?
> >Die beiden verbundenen Freibauern von Schwarz sind im Turmendspiel theoretisch für Schwarz gewonnen. Es ergibt sich zwangsläufig ein Turmendspiel mit 2 verbundenen Freibauern für Schwarz und ein Turm gegen einen Turm. Daher: Schwarz gewinnt diese Partie>
Es gibt genügend Beispiele, wo auch 2 Mehrbauern remis sind,kann man also so nicht verallgemeinern. Steht der Turm (wie hier) und der andere Turm seitwärts ist an einen Gewinn nicht zu denken. Die schwarz Bauernstellung ist zu schwach,da Weiß das Feld c4 hat.
Nichts für ungut, spiele doch einfach nach Kd3 die Partie weiter für Schwarz. Auf den angeblichen Gewinn darf man gespannt sein.

Ergebnis der Berufung/ Abschätzung

Remis

Begründung:

61...Kd6 Mit diesem Zug beginnt Schwarz seine Analyse, die seiner Meinung nach mit dem 72. Zug in einer Gewinnstellung für Schwarz endet. (61...Txg5 62.Kc4= Endspieldatenbanken.) 62.Kc4 Tg4+ 63.Kb5 b3 64.Td8+ Ke7 65.Td1 c4 66.Kb4 Kf7 67.Kc3 Kg6 68.Td5 Kh5 69.Tc5 Th4 70.Tb5 Tf4 71.Tc5 Tg4 72.Kb2 Nach 72...Tg2+ ist die Stellung jedoch nur Remis. Denn Weiß kann z.B. mit 73.Kc1 weiter auf Abwarten spielen. Schwarz kann den weißen Bauern auf g5 nicht schlagen, da Weiß dann auf c4 nimmt und die Stellung nach den Endspieldatenbanken Remis ist. Schwarz kommt nicht weiter: 73...Tc2+ (73...Txg5 74.Txc4= Endspieldatenbanken.) 74.Kb1 Kg6 (74...c3 75.Tb5□ Tb2+ 76.Kc1 Tc2+ 77.Kb1=) 75.Tb5 Td2 76.Tc5 Tc2 77.Tb5 Th2 78.Tc5 Th4 79.Kb2 Tf4 80.Kc3 Th4=]

ACHTUNG

Nach Bendigung der Abschätzungsverfahren wurde von Schwarz Berufung bei der Revision eingelegt.
Hier kam zu folgender Entscheidung:
Die Revisionskommission hat dem Widerspruch einstimmig stattgegeben (ein Mitglied hat an der Abstimmung nicht teilgenommen).
Begründung:
Nach Ablauf der Höchstspieldauer ist nach der Abschätzungsrichtlinie der Antrag auf Gewinn oder Remis durch eine Analyse zu begründen indem es dort heißt:
"Die Anträge müssen nachstehende Angaben enthalten:
1. die Partieniederschrift bis zum Abbruch,
2. einen verbindlichen Antrag (Gewinn oder Remis) zur Wertung der Partie,
3. A n a l y s e n zur Unterstützung des Antrags."
Bemerkungen wie z.B. "Der Mehrbauer ist in dieser Art von Turmendspielen nicht realisierbar" oder "Durch den Mehrbauern werde ich in der Partie einen entscheidenden Vorteil erzielen" und ähnliches, sind k e i n e Analysen im Sinne der Abschätzungsrichtlinie. Es sind mögliche V a r i a n t e n anzugeben und diese haben grundsätzlich beide Spieler einzureichen - also auch derjenige Spieler, welcher eventuell ein Remis beantragt.
Da SF "Weiß" seiner Bemerkung "Der Mehrbauer ist in dieser Art von Turmendspielen nicht realisierbar" keine Analyse/keine Varianten beigefügt hat und somit ein vollständiger Antrag nicht vorliegt, ist die Partie nach der Abschätzungsrichtlinie vom Turnierleiter zu werten denn dort heißt es:
"Eine Abschätzung entfällt bei
1. übereinstimmenden Anträgen
2. wenn nur ein Spielpartner den v o l l s t ä n d i g e n Antrag einsendet, so wird das von ihm beantragte Ergebnis vom Turnierleiter gewertet."
Der Turnierleiter wird daher hierdurch aufgefordert, das von SF "Schwarz" beantragte Ergebnis zu werten.

Zuletzt geändert am 21.04.2010