Newsletter des DESC ... Nr. 18 / 2011, 02. Mai 2011 = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = http://www.desc-online.de/ : Redakt. Ralf Mulde: DESC.rm@gmx.de Download NL: http://www.desc-online.de/newsletter/ Partie Archiv: http://www.desc-online.de/service/archiv/download.php NL abbestellen: http://www.desc-online.de/newsletter/abmeldung.php = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = 01.) Friedrich Irmer: Pyramide. Der Wochenrückblick 02.) Joerg Kracht: Bundesliga bis Verbandsliga im DESC 03.) Ralf Mulde: Thematurniere 04.) Josef Schmitz: Gardeschweizer 05.) Winfried Verbesek: Fünfer "unter Achtzehnhundert" FU056 06.) Josef Schmitz: Einzelspiele 07.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = Leider nicht zu ändernder Redaktionsschluss ist Sonntag um 20:00 h. = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = 01.) Friedrich Irmer: Pyramidenwoche am Stein von Rosette In der Partie P2011.016 gelang Achim Weber ein Sieg gegen Veit Griesche und damit der Aufstieg von Ebene 9 auf Ebene 8. Weber,Achim : Griesche,Veit, P2011.016 [C78] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.O-O Bc5 6.d3 d6 7.c3 b5 8.Bb3 O-O 9.Bg5 h6 10.Bh4 Qe7 11.Bd5 Bd7 12.Nbd2 Rab8 13.Re1 b4 14.d4 exd4 15.Bxc6 Bxc6 16.cxd4 Ba7 17.e5 g5 18.Nxg5 Nd5 19.Ngf3 Qd7 20.Ne4 Rfe8 21.Rc1 Re6 22.Bf6 dxe5 23.Nxe5 1:0 Ulf Neumann hat den Platz auf Ebene 10 in Partie P2010.099 verteidigt. Er trotzte Manuel Viebrock (Eb.15) ein Remis ab. Viebrock,Manuel : Neumann,Ulf, P2010.099 [] 1.Nf3 d5 2.d4 c5 3.c4 cxd4 4.cxd5 Nf6 5.Qxd4 Qxd5 6.Qxd5 Nxd5 7.e4 Nb4 8.Na3 N8c6 9.Bd2 a6 10.Be2 e5 11.O-O Be6 12.Rfd1 f6 13.b3 O-O-O 14.Be3 Rxd1+ 15.Bxd1 Nd3 16.Nc2 Be7 17.Nfe1 Nc5 18.f3 Rd8 19.Be2 f5 20.exf5 Bxf5 21.g4 Bg6 22.Rc1 Ne6 23.Kf1 Nf4 24.Ng2 Nd5 25.Bd2 Kb8 26.Nge1 h5 27.h3 Nf4 28.Bxf4 exf4 29.Rd1 Rxd1 30.Bxd1 Bc5 31.Ke2 Bf7 32.Kd3 g5 33.Ke4 Kc7 34.Be2 Be7 35.Nd4 remis Ein Übertragungsfehler von Steffen Schubert (Eb. 8) entschied die Partie P2011.021. [Dunkle Mächte aus dem All ... -rm-] 16... Qc7 statt Kirstin Auburgers 16. ... Qc6 und nach 19. Bxb5 waren der Läufer, die Partie und die Hoffung auf einen Aufstieg auf Ebene 5 verloren. Wie schön, dass das nicht nur mir passiert. [Zweifellos wird Stefan diese Freude mit Friedrich geteilt haben. -rm-] Aber immerhin habe ich eine gute Ausrede: Wenn Hieroglyphen zugelassen wären, ... [Ha! Und bei den Hieroglyphen sind wir dann auch am oben kurz erwähnten Stein des Anstoßes, jenem von Rosette, der allerdings seit Entschlüsselung seiner Inschriften durch Jean François Champollion eher einen Fels der Wissenschaft darstellt. Dessen Leistung, die sozusagen Geburtstagskarte der Priester von Memphis (Ägypten, nicht das benachbarte Tennessee) an einen ptolemäischen König zu enträtseln, ähnelt fast dem Aufwand, die Regeln beider Pyramiden einem nichts als Englisch sprechenden Schachfreund erläutern zu wollen. Der Unterschied ist: Champollion war erfolgreich. -rm-] Schubert, Steffen : Auburger, Kirstin, P2011.021 [B01] 1.e4 d5 2.exd5 Qxd5 3.Nc3 Qa5 4.d4 Nf6 5.Nf3 c6 6.Bc4 Bf5 7.O-O e6 8.Nh4 Bg6 9.Nxg6 hxg6 10.Bd2 Nbd7 11.h3 Qb6 12.Ne2 c5 13.c3 Bd6 14.Qc2 O-O 15.a4 Rac8 16.a5 Qc6 17.Rfc1 Rfe8 18.a6 b5 19.Bxb5 Qxb5 0:1 Aber ab dem 1. Schemu IV des Ägyptischen Kalenders (oder 15.05.11) beginnt für Kirstin bereits eine neue Aufgabe: Peter Bieker (Eb. 7) will ihren Platz einnehmen. Und schließlich, in der Partie P2011.029 einigten sich Dieter Floren (Eb. 9) und Josef Paintner (Eb. 6) nach nur neun Zügen auf ein Remis. Die Partie war leider von ungeklärten, aber in letzter Zeit doch wieder häufiger auftretenden Problemen beim Empfangen von Emails überschattet. [Dunkle Mächte aus dem All ... -rm-] Floren, Dieter: Paintner, Josef, P2011.029 [C51] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Bxb4 5.c3 Bd6 6.d4 Nf6 7.O-O O-O 8.Re1 a6 9.a4 Rb8 remis + // + 02.) Joerg Kracht: Bundesliga bis Verbandsliga im DESC Hallo Schachfreunde, nachdem der Kampf um den Sieg schon vor einiger Zeit entschieden war, fiel jetzt auch die Entscheidung um den Verbleib in der 1.Liga bzw. um den Abstieg. [Wer jetzt auf das Wort "Dynamo" wartet: Nix mit schwarzgelb. Hier ist schwarzweiß.-rm- ] Es war wieder einmal eine sehr spannende und vor allem sehr ausgeglichene Saison. Zwischen Platz 2 und dem 1. Absteiger liegen gerade einmal 0,5 Punkte. In den 36 Partien konnte Weiß 10mal gewinnen; 26 Partien endeten also mit Remis. Kommen wir jetzt zum diesjährigen K ö n i g der Liga: Unangefochten mit 5,5 Punkten und damit einem ganzen Punkt Vorsprung vor den beiden nur durch die Feinwertung getrennten Heinz Gappel auf Platz 2 (4,5/ 17,00) und Manfred Dorer auf Platz 3 (4,5/ 16.00) gewann Michael Hoeppenstein den 1. Platz! Meinen herzlichen Glückwunsch zum Ligasieg! Michael Hoeppenstein kam im Oktober 2006 zum DESC. Seit der Saison 2007 kämpft er sehr erfolgreich in der Liga - hier die Stationen: + 2007 - 4.Liga H: 1.Platz mit 5:1 Punkten + 2008 - 3.Liga C: 1.Platz mit 6:2 Punkten + 2009 - 2.Liga A: 2.Platz mit 5,5:2,5 Punkten + 2010- 1.Liga : 1.Platz mit 5,5:2,5 Punkten Damit hat Michael den kompletten Durchmarsch erreicht! Und bis heute hat er in der Liga nicht eine einzige Partie verloren! Hier eine sehr spannende Begegnung als Beispiel: Hoeppenstein, Michael (2318) : Dorer, Manfred (2293) [D58] 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 d5 4.Nc3 Be7 5.Bg5 O-O 6.e3 h6 7.Bh4 b6 8.Be2 Bb7 9.Bxf6 Bxf6 10.cxd5 exd5 11.b4 Qd6 12.Rb1 Nc6 13.Qb3 Nd8 14.b5 Ne6 15.O-O Rfd8 16.Rfc1 a5 17.Ne1 Re8 18.Nd3 Rad8 19.Bg4 Re7 20.Ne2 g6 21.Rc3 h5 22.Bxe6 Qxe6 23.Rbc1 Rc8 24.Ng3 Bg7 25.h3 Rd7 26.a4 Qe8 27.Qd1 f6 28.h4 Bf8 29.Qf3 Qf7 30.Ne2 Kh7 31.g4 hxg4 32.Qxg4 Bd6 33.Ng3 Rg8 34.Kf1 Re8 35.h5 g5 36.Nf5 Bb4 37.R3c2 Ba3 38.Ra1 Bd6 39.Nxd6 cxd6 40.Rac1 Qe6 41.Qg3 Kh6 42.Ke2 f5 43.Kd2 Ree7 44.Qh2 Qf6 45.Rg1 Rg7 46.Qh1 Qe7 47.Nc1 Qe4 48.Qh2 Qe6 49.Ne2 Rde7 50.Qh3 Qf6 51.f4 g4 52.Qh1 Qe6 53.Rc3 Bc8 54.Rgc1 Re8 55.Ng3 Bb7 56.Qf1 Rf7 57.R1c2 Ree7 58.Qc1 Kh7 59.Ke2 Qd7 60.Kd1 Kh6 61.Rc7 Qd8 62.Rxe7 Qxe7 63.Rc3 Qd8 64.Ke2 Qd7 65.Qc2 Kg7 66.Ke1 Kh6 67.Kf1 Kg7 68.Qh2 Qe7 69.h6+ Kh7 70.Qh5 Qd7 71.Ke2 Rf8 72.Qg5 Rf7 73.Kf2 Qe8 74.Nxf5 Qe6 75.Kg3 1:0 Aber Liga bedeutet nicht nur Siege, sondern auch Kampf gegen den Abstieg. Wie oben bereits angedeutet : Dramatik und Spannung pur! Den 4./5. Platz teilen sich Fred Kahl und Kyriakos Goulas und können so erneut im nächsten Jahr in der 1.Liga antreten. Sofern es keine Rückzüge gibt, hat es diesmal mit Juergen Gburek sogar den Vorjahressieger erwischt; hier entschied die um 0,75 schlechtere Feinwertung. Mit Juergen muss auch das Urgestein, der HSV der DESC-Liga, den Gang in die 2.Liga antreten: Lutz Baer (Sieger 2006/2007) kam über 2,5 Punkten nicht hinaus. Ebenso müssen und können Ulli Reyer und Udo Totorat eine Etage tiefer den Wiederaufstieg anpeilen. 1.) Hoeppenstein, Michael ... 5,5 Pkt. : 20,50 S/B 2.) Gappel, Heinz ........... 4,5 Pkt. : 17,00 S/B 3.) Dorer, Manfred .......... 4,5 Pkt. : 16,00 S/B 4.) Kahl, Fred .............. 4,0 Pkt. : 16,25 S/B 4.) Goulas, Kyriakos ........ 4,0 Pkt. : 16,25 S/B 6.) Gburek, Juergen ......... 4,0 Pkt. : 15,50 S/B 7.) Reyer, Ulli ............. 3,5 Pkt. : 14,25 S/B 8.) Totorat, Udo ............ 3,5 Pkt. : 13,25 S/B 9.) Baer, Lutz .............. 2,5 Pkt. : 09,50 S/B Ich bedanke mich bei allen Spielern, mir eine sehr angenehme Turnierleitung ermöglicht zu haben. Mein Glückwunsch an den Sieger und an die Platzierten! Ich freue mich jetzt schon auf die neue Saison und hoffe, Euch alle wieder in der Liga begrüßen zu dürfen. Neben der 1.Liga (siehe auch in diesem Newsletter) sind bisher in der 3.Liga die Gruppen A und B, sowie die Gruppe D in der 4. Liga beendet. Wie schaut es aber in den anderen Gruppen aus? In der 2. Liga Gruppe A ist nach beendeten 32 von 36 Partien noch nichts entschieden. An der Spitze liegt Ulf Venus (1 Partie offen) punktgleich mit Peter Leisebein und Jörg Teubert - diese beiden haben aber bereits alle Partien beendet. Ebenso kann auch noch Peter Grott mit 4 Punkten nur noch abwarten, was die Konkurrenz macht. Auch Udo Dietrich und Oliver Killer (derzeit je 3,5 Punkte) können mit einem Sieg in ihrer letzten Partie 4,5 Punkte erreichen. Abgestiegen ist Heinz Georg Lehnhoff ; 3 Punkte werden nicht reichen. Andreas Konziela (derzeit 2,5 Punkte bei noch zwei offenen Partien) und Winfried Verbesek (2,0 Punkte aber noch 3 offene Partien) können sich selbst retten, ja sogar noch ganz weit nach vorne durchstoßen. Sehr viel einfacher dagegen ist die Situation in der Gruppe B. Zum Aufstieg in die 1.Liga gratuliere ich herzlich Ulrich Gretencord (6.0 Punkte)! Aber wer wird ihn nach oben begleiten? Nun, das wird in der letzten, noch laufenden Partie entschieden. Sergej Zielinski (4,0) kämpft gegen Peter Holtorf (4,0) ; wer siegt, steigt auf. Wer verliert, steigt aber sogar ab ; ebenso wie Thomas Schmidt (1,0), Fred Berger (3,0) und Arndt Rässler (4,0). Trennen sie sich aber unentschieden ... nun, dann steigt Jürgen Schmidt (4,0) ab und Volker Koslowski (4,5) dank besserer Feinwertung auf. Kommen wir jetzt zur 3.Liga. Dieter Minte, Kurt Behrendorf, Ingo Papenfuss und Ulf Gohla aus den bereits beendeten Gruppen A und B können bereits für die 2.Liga planen. [Wie macht man das? Flutlichtanlage? Eintrittsgeld erhöhen? Masseur für den Zugarm verpflichten? Oder einfach nur Zaumzeug für die Springer erneuern? -rm-L2010/1.Liga] Diesen Spielern gratuliere ich und ebenso Reiner Jung aus der Gruppe C! [Klingt nach Vitamine. Zitrone, Kiwi, ... -rm-] Aber wer wird ihn nach oben begleiten? Derzeit liegt Kirstin Auburger (4,5 Punkte) auf dem 2. Platz. Jan Mamström (4,0 Punkte) braucht auf jeden Fall den vollen Punkt gegen Ralf Mulde (3,0 Punkte), um an Kirstin vorbeizuziehen. Ralf kämpft aber gegen den Abstieg oder sogar um den Aufstieg? Zwei Siege gegen Jan und gegen Dietmar Schneider (2,5 Punkte) würden ihn nach oben kapitulieren! Diese Partien werden auch den Abstieg regeln. Eventuell muss sogar das Los entscheiden, den Friedrich Irmer und Thomas Urlau haben jeweils 3,5 Punkte erreicht und besitzen die gleiche Feinwertung. In der Gruppe D spielen in der letzten Partie Volker Schubert vs. Klaus Loeffelbein. Aber hier stehen zumindest die Aufsteiger schon fest: Mein Glückwunsch geht an Klaus Loeffelbein und Detlef Schott! Absteigen müssen (sofern es keine Rückzüge gibt) Werner Wittal, Godelind Becker und Werner Bär. Zudem: Gelingt Volker Schubert mindestens ein Remis, dann trifft es Horst Müller. Wie schaut es jetzt in der 4. Liga aus? Hier gibt es ja in jeder Gruppe gleich drei Aufsteiger. In der Gruppe A sind die Würfel bereits gefallen. Obwohl noch drei Partien zu spielen sind, haben sich mit Gerd Schuster, Michael Koenig und Volkmar Luecke bereits drei Spieler durchgesetzt. Gleiches gilt auch für die Gruppe B: Johann Rau, Werner Kranz und Klaus Duchêne können im nächsten Jahr in der 3. Liga starten. Beendet ist ja bereits die Gruppe C: Roland Markus, Kai Röwekamp und Dieter Kornblum haben sich hier durchgesetzt. Ein Fragezeichen gibt es aber noch in der Gruppe D: Wer wird Dieter Floren und Markus Hobert in die 3. Liga begleiten? Ulf Neumann liegt derzeit auf dem 3. Platz mit 3,5 Punkten; aber Michael Schrimpl könnte ihn mit zwei Siegen gegen Christian Göpfert und Markus Hobert durch die dann bessere Feinwertung gerade noch verdrängen. Auch hier: meinen Glückwunsch allen Aufsteigern! + // + 03.) Ralf Mulde: Thematurniere Hier möchte ich einen werbenden, heiß machenden, anfeuernden Blick mit Dir, lieber Leser, auf die Thematurniere des DESC werfen. Das sind vollwertig ausgewertete Turniere, die aber in der Regel flott gespielt sind und natürlich ein noch besseres Eröffnungstraining als die normalen Partien bedeuten! Hier alle Anmeldungen zu den einzelnen Turnieren: T0227 Sizilianisch. Taimanov-Variante [B47] 1.e4 c5 2.Nf3 e6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nc6 5.Nc3 Qc7 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 0 !! Manchmal verstehe ich es nicht, wenn sich keiner meldet; dieses Abspiel ist "topmodern", gut erprobt, bietet beiden Seiten gute Chancen, ... Also los! Anmelden! Jetzt! T0228 Französisch, klassisch, Fuderer Qh5 Variante C14] 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Be7 5.e5 Nfd7 6.Bxe7 Qxe7 7.Qh5 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 1 Gut, das hier ist eher eine Spezialität. Aber Weiß vereint mit dem logischen Damenzug die Ideen, am Königsflügel zu spielen, den Bauern e5 zu halten und auf den schwarzen Feldern zu spielen. T0229 Französisch, Winawer Qg4 Variante [C19] 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Bb4 4.e5 c5 5.a3 Bxc3+ 6.bxc3 Ne7 7.Qg4 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 2 Ich flüstere hier die Namen Kindermann. Kortschnoj. Also anmelden. T0230 Ponziani-Eroeffnung [C44] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.c3, Anmeldungen bisher: 1 Hierüber gibt es sogar neuere Literatur. Eigentlich doch interessant ... T0231 Richter/Veresov, BDG/PopielGambit [D01] 1.d4 d5 2.Nc3 Nf6 3.Bg5 Nbd7 4.e4, Anmeldungen bisher: 0 Das scheint irgendwie noch nicht der Bringer zu sein. Vielleicht wird das Turnier dereinst gestrichen, es sei denn: Du meldest Dich! T0232 Grünfeldindisch, verbesserte Nadanjan-Variante [D85] 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 d5 4.cxd5 Nxd5 5.Nf3 Bg7 6.Na4 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 1 T0233 Benoni, Taimanov-Variante [E00] 1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 c5 4.d5 exd5 5.cxd5 d6 6.e4 g6 7.f4 Bg7 8.Bb5+ Nfd7 = => ausgeschrieben seit Anmeldungen bisher: 4 !!! Nur noch eine(r) und das Turnier kann starten! Ideal für Einsteiger! T0234 Königsindisch, Taimanov-Variante [E99] 1.d4 Nf6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 d6 5.Nf3 O-O 6.Be2 e5 7.O-O Nc6 8.d5 Ne7 9.Ne1 Nd7 10.Be3 f5 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 2 T0236 Lettisches Gambit [A04], 1.e4 e5 2.Nf3 f5 = Ausgeschrieben seit 14.02.2011, Anmeldungen bisher: 2 http://www.desc-online.de/turniere/thema/ Im geradee laufenden Thematurnier zur Basman/Sales Variante im Sizilianer scheinen wir herauszufinden, dass die schwarzen Chancen weniger gut sind als sie Broznik in seinem Buch beschreibt. Auch das ist ein wichtiges Ergebnis eines Thematurniers. Dabei kam der erst wohl scherzhaft gemeinte Vorschlag auf, die Turnierpartien dazu Broznik (über seinen Verlag) zuzuleiten; warum eigentlich nicht? Dr.Keller, Gert : Knut, Litz, T0226.09 [] 1.e4 c5 2.Nf3 e6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Bc5 5.Be3 Qb6 6.Na3 Qa5+ 7.Bd2 Qd8 8.Ndb5 a6 9.Be3 Bxe3 10.Nd6+ Ke7 11.fxe3 Nc6 12.Qd2 Qa5 13.c3 Nf6 14.Be2 Qc5 15.Rd1 Rd8 16.b4 Qg5 17.O-O b5 18.c4 Kf8 19.Rc1 Kg8 20.Rf4 1:0 Thematurniere können im Ausnahmefall schon mit 3 Spielern gestartet werden, was aber natürlich nicht gerade angestrebt ist. Die Voraussetzung dafür ist: Die Ausschreibung ist älter als 3 Monate und es fand ein Aufruf im DESC-Newsletter statt. + // + 04.) Josef Schmitz: Gardeschweizer Die Turniere werden nach dem Schweizer System gespielt: In 5 Runden werden aus 16 Spielern Sieger und Platzierte ermittelt. Weil es keine Höchstspieldauer gibt (siehe auch Regeln), können die Turniere recht lange dauern. Die Spieler haben immer nur eine Partie, also niemals mehrere Partien innerhalb eines Turniers. Für die Bearbeitung bin ich zuständig: Josef Schmitz. Für etwaige Fragen und Anliegen wendet Euch bitte einfach an mich! ( josef@desc-online.de ). Es sind noch 11 Plätze für das neue Turnier GS025 frei! Meldet Euch! Hier könnt Ihr Euch auch noch für das Turnier GS024 anmelden: http://www.desc-online.de/turniere/gardeschweizer/gsturnier.php?tnr=gs024 + // + 05.) Winfried Verbesek: Fünfer "unter Achtzehnhundert" FU056 Es ist geschafft, das Turnier FU056 ist beendet! 1.) Koenig, Michael ......... 3,5 Pkt. 2.) Schuster, Lana-Lucija ... 3,0 Pkt. 3.) Rey, Dieter ............. 2,5 Pkt. 4.) Ramus, Norbert .......... 1,0 Pkt. 5.) Twardowski, Roman ....... 0,0 Pkt. Leider war die dann auch noch für den Turniersieg entscheidende Partie Schuster : Koenig als mehr oder weniger kampfloser Sieg für Michael Koenig zu werten, nachdem Schachfreundin Schuster das Turnier verlassen hatte. Natürlich aber hat Michael Koenig den Wettbewerb verdient gewonnen und unsere Glückwünsche zum Turniersieg gelten ihm, was für ihn erneut eine Qualifikation für ein Einladungsturnier U1800 bedeutet, zu dem ich noch einladen werde. Weiterhin viel Freude und Erfolge beim Spielen im DESC und vergesst nicht, Euch zu neuen Turnieren anzumelden! + // + 06.) Josef Schmitz: Einzelspiele So, nun ist endgültig Schluss! Für die Einzelturniere wurde das letzte Spiel aus 2 0 1 0 beendet und somit auch die Abschlusstabelle und alles andere. Guckst Du hier: http://www.desc-online.de/turniere/einzel/ Wer hat noch Lust, mal ein Einzelspiel zu bestreiten? => Also, los geht´s! Es gibt viele Spieler, die gerne mal (von Dir!) gefordert werden würden. Es wäre auch eine gute Gelegenheit für Dich, in Ruhe Revanche für ein Spiel in einem anderen Turnier zu nehmen! Mehr Info? Eine kurze Mail an <josef@desc-online.de> genügt. + // + 07.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > Die neueste Meldung, die uns erreichte, zuerst: Unser Freund, der Turnierleiter Hans-Joachim von der Heydt, ist nach einem Bergunfall und anschließendem Aufenthalt im Hospital wieder zurück zu Hause. Wir wünschen von ganzem Herzen gute Besserung, Hans! - - Jaime Sunye Neto, brasilianischer Großmeister, wurde am 2.Mai 1957 geboren, mithin heute vor genau 51 Jahren. Ebenso Geburtstag hat der am 2.Mai 1949 in Travnik (heute Bosnien/Herzegowina) geborene GM Vladimir Raičević ; er ist einer der vielen Großmeister, von denen ich bisher noch nie etwas gehört hatte. Ob das kennzeichnend für die Flut von GM-Titelträgern sein mag, weiß ich nicht, denn Raičević wurde der Titel schon 1976 verliehen, als die Flut wohl erst begann. Ich finde, man sollte einen Titel wie "Verdienter Großmeister" schaffen für Spieler, die z.B. mindestens zwei (vier?) Jahre unter den ersten zwanzig der Weltrangliste gestanden haben und mindestens drei Grand Prix Turniere gewonnen haben oder die unter den letzten vier einer Weltmeisterschaft gelangt sind, die der Vergangenheit einschließend. Die FIDE aber geht den genau umgekehrten Weg. Es wurden jetzt noch Titel unter dem FM geschaffen, die natürlich niemanden interessieren, aber der FIDE Geld für die Eintragung, Urkunde etc. einbringen. Der ohnehin schon vorhandene Trend der Entwertung aller Titel wird damit nur noch verstärkt und am Ende ins Lächerliche verkehrt. Aber für das alles kann Vladimir Raičević nun ganz bestimmt nichts. - - Nach meinem oben genannten Vorschlag wäre Isidor Gunsberg heute als Großmeister geführt worden (nicht aber Akiba Rubinstein und viele andere mehr, was natürlich nicht anginge!), denn Gunsberg spielte im Finale einer Weltmeisterschaft. Am 2.Nov.1854 wurde er in Budapest geboren und verstarb heute vor 81 Jahren am 2.Mai 1930 in London. Er war der einzige "britische" Spieler, der jemals um die Krone der Schachwelt spielte, trotz Miles, Nunn, Short und M.Adams. Spaßig ist die Überlieferung von Bill Wall, dass Gunsberg 1916 eine Klage gegen die 'Evening News' führte, die behauptete, dass dessen Schachkolumne (viele?) Fehler enthielte. Immerhin war es am Ende der 'British High Court', das sind die Jungs in roter Robe und Perücke, der entschied, dass im Schach acht Versehen noch keinen Pfusch bedeuten. Das mag man nur beim Partieverlust am Brett ein wenig anders sehen ... Tarrasch, Siegb. : Gunsberg,Isi., 4.DSB Kongress Hamburg [C11] 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Nf6 4.e5 Nfd7 5.Nce2 c5 6.c3 Nc6 7.f4 a6 8.Nf3 c4 9.Ng3 b5 10.Be2 Nb6 11.O-O a5 12.Nh5 b4 13.Qe1 Rg8 14.Qg3 Nd7 15.Ng5 h6 16.Nh7 Ne7 17.f5 exf5 18.Bxh6 Qb6 19.Bxg7 Bxg7 20.Nxg7+ Kd8 21.Qg5 Ra6 22.e6 fxe6 23.Bh5 Ne5 24.Qf6 Nd7 25.Qg5 Rh8 26.Nf6 Nxf6 27.Qxf6 Rg8 28.Rae1 e5 29.Qxe5 Qf6 30.Qxe7+ Qxe7 31.Rxe7 Kxe7 32.Nxf5+ Bxf5 33.Rxf5 bxc3 34.bxc3 Rb6 35.Bf3 Rb1+ 36.Kf2 Rb2+ 37.Ke3 Rc2 38.Bxd5 Rc8 39.Ke4 Re2+ 40.Kf4 Rxa2 41.Ke5 Re2+ 42.Be4 Rf8 43.Rg5 a4 44.d5 Kd8 45.Rg7 Re8+ 46.Kd6 R8xe4 47.Ra7 Ke8 48.Rxa4 Rxg2 49.Kc6 Rxh2 50.d6 Rd2 51.Ra8+ Kf7 52.d7 Re6+ 53.Kc7 Re7 0:1 Gunsberg spielte, wie es damals gezwungenermaßen mangels Turnieren üblich war, viele Matches, eigentlich gegen jeden, dessen Name heute noch (halbwegs) bekannt ist und schaffte dabei, man kann es anders nicht sagen, unterm Strich ein mäßiges Ergebnis. 93 Partien ergaben ihm 37 Siege, 27 Remis und 29 Verluste. Das ist nicht schlecht, aber ... naja. London 1885 und 1887, Bradford 1888, London 1888 und 1889 war er jeweils Erster, dann noch in siebzehntausend Turnieren viele zweite, vierte, irgendwas Plätze, so z.B. Fünfter in Amsterdam 1889 (wo Lasker gegen Bauer das doppelte Läuferopfer "erfand"!), das wirkt jetzt nicht so richtig überstrahlend, oder? Einiges an seiner Laufbahn wirkt ohne weitere Informationen (es ist nie eine Biographie über ihn geschrieben worden, übrigens als einzigem Spieler, der je Finalist einer WM war) etwas sonderbar, selbst wenn man nur kurz darüber nachdenkt. Tschigorin : Gunsberg, 6.USA Congress (15) New York 1889 [C45] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.d4 exd4 4.Nxd4 Bc5 5.Be3 Qf6 6.c3 Nge7 7.Nc2 d6 8.Nba3 Bxe3 9.Nxe3 a6 10.Be2 Qg6 11.f3 f5 12.exf5 Nxf5 13.Nxf5 Bxf5 14.O-O Be6 15.Bd3 Qf6 16.Re1 Ne5 17.Be4 O-O-O 18.c4 Nxc4 19.Bxb7+ Kxb7 20.Qb3+ Kc8 21.Nxc4 Qd4+ 22.Qe3 Qxc4 23.Qxe6+ Qxe6 24.Rxe6 Rhe8 25.Rae1 Rxe6 26.Rxe6 Kd7 27.Re4 Rb8 28.b3 Rb5 29.Kf2 Rc5 30.Ke1 Ra5 31.Re2 Rh5 32.h3 Ra5 33.Kd1 g5 34.a4 h5 35.Re4 Rd5+ 36.Kc2 a5 37.b4 axb4 38.Rxb4 Rf5 39.Kd3 h4 40.Ke3 c5 41.Rb2 Re5+ 42.Kd2 Re8 43.Kc3 Re3+ 44.Kc4 Kc6 45.Rd2 Ra3 46.a5 d5 0:1 Seine jüdischen Eltern wanderten mit dem neunjährigen Isidor Artur von Pest nach London aus. Erst 1908, also im stattlichen Alter von 56 Jahren, aber sollte Gunsberg britischer Staatsbürger werden. Als der Junge zwölf war, zeigte ihm sein Vater bei einer Geschäftsreise London. Unterstellen wir, dass der Vater nicht gerade eine Art europäischer Handelsvertreter war (die dürfte es damals kaum gegeben haben), wird Gunsberg sr. also auf eigene Rechnung unterwegs gewesen sein. Zwar sorgte nun schon der 12jährige Steppke im berühmten Pariser Café de la Regence "für Aufsehen", hoffentlich nicht durch schlechte Manieren, aber erst um 1879, als Gunsberg jr. schon 25 war, schlug er den Weg ein, den erlernten Kaufmannsberuf aufzugeben und fortan mit Schach seinen nun recht unsicheren Lebensunterhalt zu verdienen. Ich vermute, dass sein Vater diesen Schritt bis dahin noch zu verhindern gewusst hatte. Tschigorin, Michail : Gunsberg, Isidor, Match Havanna 1890 [C51] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Bxb4 5.c3 Bc5 6.O-O d6 7.d4 exd4 8.cxd4 Bb6 9.Nc3 Na5 10.Bg5 Ne7 11.Bxf7+ Kxf7 12.Nd5 Nac6 13.Bxe7 Nxe7 14.Ng5+ Kg6 15.Nf4+ Kf6 16.e5+ dxe5 17.dxe5+ Kxg5 18.Qh5+ Kxf4 19.g3+ Ke4 20.Rfe1+ Kd4 21.Qd1+ Kc5 22.Qc2+ Kd5 23.Qb3+ Kc6 24.Qa4+ Kd5 25.Qb3+ Kc6 26.Qa4+ Kd5 27.Qb3+ Kc6 28.Qa4+ Kd5 29.Qb3+ Kc6 30.Qa4+ Kd5 31.Rad1+ Ke6 32.Qg4+ Nf5 33.Rxd8 Rxd8 34.Kg2 Rd2 35.Qc4+ Rd5 36.g4 Nd4 37.f4 g6 38.Qc1 Kf7 39.f5 Nxf5 40.gxf5 Bxf5 41.Qg5 Kg8 42.Re2 Re8 43.Qf4 Rf8 44.Qc4 Be6 45.Qb3 Rxe5 0:1 Gunsberg schlüpfte in einen der damals anscheinend öfter gebauten Schachautomaten (man denke an den von Kempelen) namens Mephisto, was uns an die Kiste von Hegeler & Glaser der 80er Jahre denken lässt. So etwas sind aber letzten Endes doch nur Jahrmarktsauftritte; die eines Gauklers, nicht die eines Schachprofis, der mit seinem Spiel begeistert. [Die folgende Partie mit der Königsjagd (bei vollem Brett!) von g8 bis d5 und zu Tschigorins Leidwesen auch wieder zurück ist unglaublich]: Gunsberg, Isi. : Steinitz, Wil., Wch (12) New York, 13.1. 1890 [C52] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.b4 Bxb4 5.c3 Ba5 6.O-O Qf6 7.d4 Nh6 8.Bg5 Qd6 9.d5 Nd8 10.Qa4 Bb6 11.Na3 c6 12.Be2 Bc7 13.Nc4 Qf8 14.d6 Bxd6 15.Nb6 Rb8 16.Qxa7 Ng4 17.Nh4 Ne6 18.Bxg4 Nxg5 19.Nf5 Ne6 20.Rfd1 Bc7 21.Na8 Rxa8 22.Qxa8 Kd8 23.Rxd7+ Kxd7 24.Rd1+ 1:0 Immerhin spielte er aber auch seriöse Turniere, sehr viele sogar, und in New York 1889, unter 20 doppelrundig spielenden Teilnehmer, wurde er Dritter, ein schöner Erfolg, mit 600,-- Dollar belohnt. Vor ihm kamen gleichauf Michail Tschigorin und der heute kaum noch bekannte Max Weiss, (schon klar, der aus Weiß gg. Schwarz, in jeder Paarungsliste ...) beide mit 875,-- Dollar dotiert, über die Ziellinie. Für seine Partie gegen James Mason erhielt Gunsberg den Schönheitspreis; gut für die Seele und gut für die Kasse. http://www.endgame.nl/newyork.htm Mason, James : Gunsberg, Isidor, New York 1889 (6) [C54] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.d3 d6 5.Be3 Bb6 6.c3 Nf6 7.Nbd2 Qe7 8.a4 Be6 9.Bb5 Bxe3 10.fxe3 a6 11.Bxc6+ bxc6 12.b4 O-O 13.O-O Ng4!? 14.Qe2 f5 15.exf5 Bxf5 16.e4 Bd7 17.Nc4 Nf6 18.Ne3 g6 19.c4 Nh5 20.g3 Bh3 21.Rf2 Ng7 22.Qb2 Ne6 23.Re1 Rf7 24.Ree2? Raf8 25.Ne1 Nd4 26.Rd2 Qg5 27.N3g2 Bxg2 28.Kxg2 Qe3 29.Kf1 Nb3! 0:1 Ein Buch vom Meister selbst ist bei unserem Partner Niggemann zu haben: Isidor Gunsberg, F.D.Yates: 'Grand International Masters’ Chess Tournament St. Petersburg 1914' https://www.schachversand.de/startneu2.htm Gunsberg war also in der internationalen Schachspitze angekommen, und im Jahr 1890 schaffte er ein Unentschieden (9:9 bei 5 Remisen) gegen den russischen Giganten Michail Tschigorin. Unverständlich ist mir, warum dieses Match ausgerechnet in Havanna ausgetragen wurde, was ja für beide nicht gerade "um die Ecke" gelegen war und wegen des Klimas für die Europäer ziemlich unpraktisch gewesen sein muss. Vielleicht ist dies doch ein Grund: Steinitz hatte hier im Februar 1889 gegen Tschigorin um die Schachweltmeisterschaft gespielt, vielleicht also war von daher in der noch immer in der zu Spanien gehörenden Region Begeisterung (und vor allem Geld) genug vorhanden, um so einen ähnlichen Wettkampf neu aufzulegen. Wie man weiß, stieß ja auch der 1888 in Havanna geborene Capablanca als Jugendlicher auf Kuba auf eine nicht große, aber umtriebige Schachszene. Wie es auch gewesen sein mag: Noch im selben Jahr, allerdings erst im Dezember 1890, erhielt Gunsberg nun die Chance, gegen Steinitz in New York um die Weltmeisterschaft zu spielen. Warum? Gunsberg hatte hier und da ein paar Matches gut gespielt, New York 1889 war insgesamt auch ein Erfolg gewesen, aber eben nur ein dritter Platz, nicht der Sieg. Ich vermute, dass Gunsberg einerseits als einer der wenigen in Betracht kommenden Spieler finanziell interessant war, er also eine für dieses Match würdige Börse einbringen konnte und dass er andererseits von Steinitz für gerade noch schwach genug gehalten werden konnte, keine ernsthafte Gefahr darzustellen. Allerdings war das New Yorker Match vom 9.Dez.1890 bis 22.Jan. eben doch hart umkämpft und Steinitz setzte sich nur mit allergrößter Mühe mit 10,5:8,5 durch (6 Siege, 4 Niederlagen und 9 Remis). Es war Gunsberg selbst gewesen, der Steinitz herausgefordert hatte; davor war es so, dass der Weltmeister an irgendeinem schönen Donnerstag, nach einem gelungenen Frühstück, es sich angelegen sein ließ, irgendwem nach seiner Wahl den Vorschlag zukommen zu lassen, doch mal ein Spielchen um die Weltmeisterschaft auszutragen. Nun gut, so in der Art verhielt sich Kasparow später bei seinen Privat.WMs ja auch. Passend zum Thema ist das Buch unseres Partners, des Beyer.Verlags: Robert Huebner: 'Der Weltmeisterschaftskampf Lasker Steinitz 1894' http://www.beyerverlag.de/index.php Interessant finde ich die Bedingungen, unter denen zwischen Steinitz und Gunsberg in New York zwischen dem 9.12.1890 und 22.1.1891 gespielt werden sollte: Der Sieger erhielt zwei Drittel der Gesamtsumme, also 3.000,-- US.Dollar, der Verlierer eben ein Drittel. Zum ersten Mal erhielt hier der Verlierer einen Anteil am "Pott". Derjenige sollte Sieger sein, der entweder nach zwanzig Partien vorne lag, oder der als Erster zehn Partien gewonnen hatte. Im Falle eines 10.0:10.0 wäre nicht etwa das "Botwinnik Verfahren" eingetreten, dass also der Weltmeister den Titel behielte, sondern es wäre weitergegangen, bis einer der Spieler zehn Partien gewonnen hätte (was natürlich ziemlich lange hätte dauern können, aber dazu kam es nicht). Nur im Falle eines 9.0:9.0 auf die Zahl der G e w i n n partien bezogen, hätte Steinitz seinen Titel behalten. Burn, Amos : Gunsberg, Isidor, London BCA.po 1887 [D05] 1.Nf3 d5 2.d4 Nf6 3.e3 e6 4.b3 b6 5.Bb2 Bb7 6.Nbd2 g6 7.Ne5 Bg7 8.Ndf3 Nfd7 9.Nd3 O-O 10.Be2 c5 11.h4 h6 12.Nf4 Nc6 13.Bd3 e5 14.Nxd5 exd4 15.exd4 Nxd4 16.Bxd4 Bxd4 17.Nxd4 Bxd5 18.Nf3 Bxf3 19.Qxf3 Ne5 20.Qg3 Nxd3+ 21.cxd3 Re8+ 22.Kf1 Qf6 23.Rd1 h5 24.Kg1 Re2 25.a3 Rae8 26.b4 cxb4 27.axb4 Rb2 28.d4 Rxb4 29.Qc3 Re2 30.f3 Rbb2 31.Rh2 Rbc2 32.Qd3 Qf4 33.d5 Qg3 0:1 Lustig ist die Geschichte, die van Reek erzählt. In der 19. und also der allerletzten, entscheidenden Partie bot Steinitz im 14.Zug Remis an, was Gunsberg verständlicherweise ablehnte. Im 42.Zug aber sah sich nunmehr Gunsberg gezwngen, Remis anzubieten; Steinitz akzeptierte und war weiterhin Weltmeister. Gunsberg wird gratuliert haben und schlug nun vor, dass sie die gerade eben beendete Partie doch noch ein wenig weiterspielen sollten, nur um zu sehen, was geschähe. Steinitz hatte anscheinend für das Mittagessen noch nichts vor und akzeptierte. Sie spielten um einen kleineren Betrag und nach wohl einem Dutzend Zügen gab Gunsberg auf. Steinitz nun wiederum fühlte sich schuldig, ein Remis akzeptiert zu haben, obwohl es doch eine Gewinnstellung war ... ein Großmeister fühlte sich schuldig, ein Remis im 42.Zug akzeptiert zu haben und dadurch Weltmeister geworden zu sein!! Gunsberg schrieb als Schachjournalist für mehrere Zeitungen und organisierte Turniere, zum Beispiel in Ostende 1906, und förderte junge Talente, wie uns Wikipedia trefflich wissen lässt. Woher er das Geld oder die geldgebenden Kontakte schöpfte, die eine solche Turnierorganisation und Förderung überhaupt erst ermöglichten, ob er hier auf seinen Vater zurückgreifen konnte oder auf wen sonst, das verrät uns Wikipedia nicht. Vielleicht ist es hier wie beim Finanzamt: Die müssen ja nicht alles wissen. Marshall,Frank James : Gunsberg,Isi., Monte Carlo (8) 1902 [D06] 1.d4 d5 2.c4 Nf6 3.cxd5 Nxd5 4.e4 Nf6 5.Nc3 e5 6.d5 Bc5 7.Be2 c6 8.Nf3 cxd5 9.Bg5 d4 10.Nd5 Be7 11.Nxe7 Qxe7 12.0–0 Nc6 13.Nd2 h6 14.Bh4 g5 15.Bg3 0–0 16.h4 Ne8 17.hxg5 hxg5 18.Rc1 Be6 19.Bb5 Bd7 20.a3 f6 21.Nb3 Nc7 22.Bd3 Na6 23.Bc4+ Kg7 24.Bd5 Rac8 25.Nd2 Nc7 26.Re1 Ne8 27.f3 Nd6 28.Qa4 Rc7 29.b4 a6 30.Qb3 Rfc8 31.Qb2 Be6 32.Nb3 b6 33.Qe2 Qf7 34.Bxe6 Qxe6 35.Qd3 Nb5 36.Re2 Nxb4 37.Rxc7+ Rxc7 38.axb4 Rc3 39.Nxd4 Nxd4 40.Qxa6 Nxe2+ 41.Qxe2 Qc4 42.Qd2 Qd4+ 43.Qxd4 exd4 44.Kf1 Rc2 45.b5 d3 46.Ke1 Kf7 47.Kd1 Ke6 48.f4 Rxg2 49.f5+ Kd7 50.Be1 Rg1 51.Kd2 Rxe1 52.Kxe1 g4 53.Kd2 g3 0:1 Das Foto von Gunsberg bei Edward Winter, Nr.5113 in seiner lfd. Seite, Link siehe unten, zeigt einen heute geradezu modern wirkenden Mann mit imponierender Haltung; vielleicht hatte mich einfach nur der etwas altmodisch klingende Name des Vizeweltmeisters dummerweise anderes erwarten lassen. Ed Winter, "der" weltweite Schachhistoriker, bittet seine Leser in diesem Artikel um weiteres Materikal über Gunsberg, der der einzige Herausforderer eines Schachweltmeisters ist, über den nie ein Buch geschrieben wurde. http://www.chesshistory.com/winter/winter37.html - - - Dr.Arpad Vajda wurde heute vor 115 Jahren, am 2.Mai 1896, in Rimavska Sobota, Ungarn, geboren (der Ort wurde 1920 slowakisch). 1919 spielte er nach seinen eigenen Erinnerungen (im "Magyar Sakkélet" im Oktober 1966) das erste starke Turnier und wurde 1921 vom (1911 gegründeten) Ungarischen Verband zum Meister ernannt. Reti,Richard : Vajda,Arpad, Semmering 1926 [E01] 1.c4 Nf6 2.Nf3 e6 3.g3 d5 4.Bg2 c6 5.b3 Bd6 6.Bb2 Nbd7 7.O-O O-O 8.d4 Ne4 9.Nbd2 f5 10.Nxe4 fxe4 11.Ne1 Nf6 12.f3 Bd7 13.fxe4 Nxe4 14.Rxf8+ Qxf8 15.Bxe4 dxe4 16.Qc2 Qf5 17.e3 Rf8 18.Qg2 e5 19.Nc2 exd4 20.Nxd4 Qg6 21.Rf1 Rxf1+ 22.Kxf1 Qh5 23.Qe2 Bg4 24.Qe1 Qxh2 25.Qf2 Qh1+ 26.Qg1 Bh3+ 27.Kf2 Bxg3+ 0:1 Vajda gilt als Protagonist einerseits der Aljechin Vtdg. und andererseits (und vor allem) als sozusagen praktischer Erforscher des Budapester Gambits. Hier sehen wir eine wohl zu "Forschungszwecken" gespielte Beratungspartie jener Zeit, mit prominenten Mitwirkenden: Havasi, Dr.Négyesi, L.Steiner & Sterk : Abonyi, Merényi, E.Steiner, Dr.Vajda, Budapest 14.Dez.1927 [A52] 1.d4 Nf6 2.c4 e5 3.dxe5 Ng4 4.e4 Nxe5 5.f4 Nec6 6.a3 a5! 7.Nc3 Bc5 8.Qh5 d6 9.Bd3 Nd7 10.Nf3 Nf6 11.Qh4 O-O 12.h3 Nd4 13.Nxd4 Bxd4 14.Ne2 Bc5 15.Bd2 b5 16.Bc3 bxc4 17.Bc2 Bb7 18.Bxf6 Qxf6 19.Qxf6 gxf6 20.O-O-O Rfe8 21.Nc3 Be3+ 22.Kb1 Bxf4 23.Rd4 Ba6 24.Rd5 c5 25.Rf5 Be5 26.Nd5 Reb8 27.Nxf6+ Kg7 28.Rhf1 Rxb2+ 29.Kc1 c3 30.Rg5+ Kh8 31.Rff5 Ra2 32.Bb3 Rxa3 0:1 Seltsamerweise spielte Vajda gegen schwächere Gegner fast erfolglos, während seine Partien gegen starke Gegnerschaft ihm div. Einträge bei Vukovic (der mit dem Rochadeangriff etc.) einbrachten. Vajda,Dr.Arpad : Aljechin,Alexander, Budapest 1925 [C61] 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nd4 4.Nxd4 exd4 5.O-O Ne7 6.Be2 d5 7.d3 g6 8.f4 Bg7 9.Nd2 f5 10.e5 Be6 11.Nf3 c5 12.Ng5 Qd7 13.b4 cxb4 14.Bb2 Nc6 15.Nf3 Bf8 16.Qe1 Bc5 17.Qf2 Qc7 18.Kh1 a5 19.Ng5 Qd7 20.Qh4 O-O 21.Rg1 a4 22.Raf1 a3 23.Bc1 b5 24.Rf3 Ra7 25.Rh3 Qe7 26.g4 fxg4 27.Bxg4 Bxg4 28.Rxg4 Rf5 29.Nxh7 Qxh7 30.Rxg6+ 1:0 1928 siegte Vajda in der Ungarischen Meisterschaft und vertrat sein Land zwischen 1927 und 1936 in sechs Schacholympiaden. 1950 wurde er IM, 1954 IA (International Arbiter, mithin Schiri für die wichtigen Turniere). Vajdas Vorname Árpád ist historisch begründet: Vajda wurde am 2.Mai 1896 geboren, des (wohl imaginären) Festtages "1.000 Jahre Ungarn". Árpád war jener Mann, der die Ungarn aus den Karpaten in die heutige Gegend führte. Flohr,Salomon : Vajda,Arpad, Match Budapest (1) 1949 [E94] 1.d4 Nf6 2.c4 d6 3.Nc3 Nbd7 4.e4 e5 5.Nf3 g6 6.Be2 Bg7 7.O-O O-O 8.d5 Nc5 9.Nd2 a5 10.Qc2 Bg4 11.Nb3 Bxe2 12.Qxe2 Nxb3 13.axb3 Qd7 14.Rd1 b6 15.Bd2 Kh8 16.Nb5 Ng8 17.b4 axb4 18.Bxb4 f5 19.f3 Nf6 20.Bd2 f4 21.Qf1 g5 22.Rxa8 Rxa8 23.Ra1 Rxa1 24.Qxa1 Qc8 25.Qa7 Ne8 26.b4 Bf8 27.Bc3 Qd7 28.Be1 Kg8 29.h3 h5 30.Bf2 g4 31.hxg4 hxg4 32.Kf1 Qh7 33.Qa3 Nf6 34.Ke2 Qh1 35.fxg4 Nxe4 36.Qh3 Qb1 37.Be1 Qc2+ 38.Kf1 Qxc4+ 39.Kg1 Qxb5 40.Qh5 Bg7 41.Qf5 Qxd5 0:1 Vajda starb am 25.Okt.1967 als Folge einer lecken Gasleitung seines Ofens, nachdem der in der ganzen Welt als "echter Gentleman" gerühmte Mann über seinen Schachbüchern eingeschlafen war. http://blog.chess.com/cgs/ezer-v---1000-years - - - Ich glaubte, dass in der britischen "Four Nations Chess League 4NCL" anders als in der überflüssigen deutschen Schachbundesliga die Spieler noch eine minimale Bindung an den Ort und Verein hätten, für den sie antreten, während die Herren in der Bundesliga sich untereinander wahlweise nur auf Russisch oder eben gar nicht verständigen können. Zumindest die unten eingefügte Begegnung macht mich wohl um eine Illusion ärmer. Die 4NCL beendet ihre Saison mit den letzten Partien erst heute, 2.Mai, also an einem Montag. Briten sind eben sonderbar ... vielleicht liegt es aber auch an eingeschobenen Feiertagen zum 1.Mai, für eine telegene Heirat, für die teatime ... wer weiß. Die Partie ist interessant, weil IM Pein darauf hinweist, dass Weiß nach 10.f3 wohl schon klar besser stehe, was ein kräftiger Schlag ins eröffnungstheoretische Kontor des Schwarzen wäre. Lalic,B : Arutyunova,D, Classical Dutch [A96] 1.d4 e6 2.c4 f5 3.g3 Nf6 4.Bg2 d6 5.Nf3 Be7 6.O-O O-O 7.Nc3 Ne4 8.Nxe4 fxe4 9.Nd2 d5 10.f3 c5 11.fxe4 dxe4 12.dxc5 Qd4+ 13.Kh1 Na6 14.Nxe4 Rxf1+ 15.Qxf1 Bd7 16.Bg5 Bxg5 17.Nxg5 Rf8 18.Qd1 Qxb2 19.Rb1 Qxa2 20.c6! Bxc6 21.Bxc6 bxc6 22.Qd3 g6 23.Nxe6 Ra8 24.Rf1 Qb2 25.Qf3 1:0 - - (A) Computer schlagen laut Pein vor: 10...Bf6 11.e3 exf3 12.Nxf3; oder 10...Nc6 11.fxe4 Rxf1+ 12.Nxf1 dxc4 13.Be3 Das wurde vom 'Holland-Experten' Simon Williams bevorzugt, der es aber auch schon nicht mehr spielt; 10...e3 11.Nb1 c5 sei 'auch möglich'. meint Pein.) (B) 16...Rf8 17.Qd1 wickelt in ein gewonnenes Endspiel ab) (C) 20...bxc6 21.Ra1 Qxc4 22.Qxd, alles IM Malcolm Pein) http://www.chess.co.uk/twic/malcolmpein/mayday-showdown-in-the-4ncl - - - Normalerweise geben wir keine Produktempfehlungen, über die unserer Werbepartner Niggemann und Beyer.Verlag hinaus. In diesem Fall aber gibt es eine (jährliche) Ausnahme, denn Fernschachfreund Bellmann erstellt ein tolles, nützliches Produkt quasi zum Selbstausbeuterpreis: Die neue Fernschach CD 2011 ist da!!! 65.000 neue Partien ab 9/2010! Die Partiesammlung umfasst nun 360.000 Partien in neu überarbeiteter Edition, wieder mit hunderten von neuen, kommentierten Partien. Das Ganze zu 12,-- Euro. Bei Bestellung muss die eigene Post Anschrift angegeben werden. Bestellungen nur an: <hebel57@gmx.de> Überweisen: Stadtspk. Bocholt, Blz: 428 500 35, Herbert Bellmann Konto: 100 11 88 01, Verwendungszwek: FS-CD. Viel Spaß damit. - Ralf Mulde -
Zuletzt geändert am 08.10.2011