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Newsletter-Archiv



Newsletter-Archiv des DESC

Newsletter 2011-01-03

Newsletter des DESC ... Nr. 01 / 2011 ... 03.Jan. Neujahrsausgabe 
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http://www.desc-online.de/ : Redaktion Ralf Mulde: DESC@uni.de 
Download NL: http://www.desc-online.de/newsletter/ 
Partie Archiv: http://www.desc-online.de/service/archiv/download.php 
NL abbestellen: http://www.desc-online.de/newsletter/abmeldung.php 
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01.) gelöscht
02.) Wahlergebnis, Antrag / endgueltige Entscheidung der Revision 
03.) Michael Schirmer:  Meisterschaft 2011 : Anmeldezeitnot! 
04.) Friedrich Irmer: Die Pyramide mit dem Wochenzettel 
05.) Ralf Mulde: Eine Legende verlässt den DESC, Zoltan Sarosy 
06.) Friedrich Albin Irmer: Neues von Albins T0214 Gegengambit 
07.) Ralf Mulde: Unsere Teams. Unsere Jungs. Gegen die Mädels 
08.) Stefan Warnest: Aber ein Newsletter wird immer fehlen ! 
09.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > 
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Leider nicht zu ändernder Redaktionsschluss ist Sonntag um 20:00 h. 
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Frohes Neues Jahr 2011 ! 

01.) gelöscht

02.a) Wahlergebnis, Antrag / Entscheidung der Revision:

Joerg Kracht: Entsprechend der Satzung des DESC beantrage ich die 
Entscheidung der Wahlkommission in Bezug auf das am 20.12.2010 
verkündete Wahlergebnis zu überprüfen.

Dieser Antrag wird fristgerecht eingereicht, da die Wahlkommission 
ihre endgültige Entscheidung zum Ausgang der Wahl am 20.12.2010 
mitteilte:

"Damit wird das Wahlergebnis wie folgt festgelegt: 
Die Wahlkommission, bestehend aus Robert Klein und Robert 
Cossmann, sind in den diskutierten Punkten übereinstimmend zu 
folgendem Wahlergebnis gelangt:
1.) Antrag 1 ist sofort umzusetzen. Die Amtszeit der Mitglieder vom 
Admin - Team, der Revision sowie der Kassenprüfer beträgt demnach 
2 Jahre.
2.) Auch Antrag 3 ist sofort umzusetzen. Durch den Rücktritt von Ralf 
Rennert als Turnierleiter ist dem Votum der Mitgliederversammlung 
genüge getan und die Mitglieder der Revision sind demnach Ralf 
Rennert, Manfred Dorer, Günter John, D.Gert Keller und Helmut 
Hirscheider.

Damit beendet die Wahlkommission nun endgültig ihre Arbeit und 
bittet die gewählten Mitglieder sich zu konstituieren und ihre Arbeit 
aufzunehmen."

Die Mitgliederversammlung hat mit eindeutiger Mehrheit  den Antrag 3 
zur Änderung der Satzung wie folgt beschlossen:
" (1)Die Revisionskommission besteht aus 5 Mitgliedern des DESC, 
die nicht zugleich Admins sind. Ihr gehören höchstens zwei 
Turnierleiter oder Mitglieder der Wertungskommission an. Werden 
nominell mehr als zwei Turnierleiter oder Mitglieder der 
Wertungskommission in die Revisionskommission gewählt, rücken 
die anderen Mitglieder der Kandidatenliste auf. Sie sind damit gewählt. 

Die Revisionskommission wählt aus ihrer Mitte einen Sprecher. 
Scheiden Mitglieder der Revisionskommission vor Ablauf ihrer 
Amtszeit aus, kann die Kommission bis zur nächsten 
Mitgliederversammlung Ersatzmitglieder aus dem Kreis der 
Vereinsmitglieder berufen, die aber keine Admins sein dürfen. Es 
dürfen auch nach der Einsetzung von Ersatzmitgliedern keine Admins 
und nicht mehr als zwei Turnierleiter bzw. Mitglieder der 
Wertungskommission in der Revisionskommission aktiv sein."

Die Wahl zur Revision ergab jetzt den Fakt, das mit Ralf Rennert, 
Günter John und Helmut Hirscheider drei aktive Turnierleiter in die 
Revisionkommission von den Mitgliedern gewählt wurden. 
Entsprechend der beschlossenen Satzungsänderung rückt damit 
Rolf Plümmer für Helmut Hirscheider auf. 
Ralf Rennert trat am 15.12. 2010 mit sofortiger Wirkung als 
Turnierleiter zurück und damit war für die Wahlkommission der 
Satzung genüge getan, weil sich jetzt nicht mehr als zwei Turnierleiter 
innerhalb der Revisionkommission befanden.

Dieser Auffassung widerspreche ich, da die Satzung (siehe oben) eben 
nicht von einem Rücktritt einer oder mehrerer Turnierleiter spricht, 
sondern eindeutig ein Aufrücken fordert.
Es geht hier auch nicht um ein wie auch immer vermutetes "Votum der 
Mitgliederversammlung" welche genüge getan werden muss, sondern 
um die faktische Umsetzung der beschlossenen Satzungsänderung.

Diese (meines Erachtens)  falsche Entscheidung der Wahlkommission 
kann und wird, so sie nicht abgeändert wird, zu einem  Präzedenzfall 
und damit zu einer faktisch dauerhaften Verletzung der Satzung in 
diesem Punkt führen.
Was, wenn bei der nächsten Wahl  fünf Turnierleiter in die 
Revisionkommission gewählt werden?
Dann werden mit Hinweis auf die jetzige Entscheidung drei 
Turnierleiter zurücktreten. Dies kann wahrscheinlich sogar den 
Spielbetrieb des DESC gefährden.
Meines Erachtens sollte deshalb diese Entscheidung der 
Wahlkommission aufgehoben werden und entsprechend dem 
Wahlergebnis Rolf Plümmer den Platz von Helmut Hirscheider 
einnehmen.

- - - 

02.b) Revi 01/11 (Zuständigkeit der Revision für Entscheidungen der 
Wahlkommission)

Vorgang:
Der Antragsteller beantragte, die Entscheidung der Wahlkommission in  
Bezug auf das am 20.12.2010 verkündete Wahlergebnis zu überprüfen.  
Insbesondere ging es dabei um die von der Wahlkommission verkündete  
Zusammensetzung der Revisionskommission.
Durch den Rücktritt eines gewählten Mitglieds als Turnierleiter war 
der Verkündung der Wahlkommission zufolge dem Votum der 
Mitgliederversammlung genüge getan und somit die Revisionskommission 
entsprechend beschlossener Satzungsänderung nur mit zwei 
Turnierleitern besetzt. Dieser Auffassung widersprach der 
Antragsteller, da die Satzung eben nicht von einem Rücktritt einer 
oder mehrerer Turnierleiter spräche, sondern eindeutig ein Aufrücken 
fordere. 

Entscheidung: 
Der Antrag wird wegen Nichtzuständigkeit der Revision zurückgewiesen. 

Begründung: 
Die Revision bezieht sich dabei auf die Satzung des DESC §§ 7(2) und 7(3). 
Hier ist die Zuständigkeit der Revisionskommission klar geregelt. Ihr 
obliegt es nicht, über Entscheidungen der Wahlkommission zu befinden. 

Hinweis: 
Desweiteren gibt die Revisionskommission dem Admin-Team die Anregung, 
die Satzungsänderung lt. Antrag 3 der letzten Wahl noch einmal zu 
überarbeiten und zu präzisieren und auf der nächsten 
Mitgliederversammlung eine entsprechende Änderung als Beschlußvorlage 
einzubringen. 
Zitat Antragsteller: 
"Was wenn bei der nächsten Wahl fünf Turnierleiter in die 
Revisionkommission gewählt werden? Dann werden mit Hinweis auf die 
jetzige Entscheidung drei Turnierleiter zurücktreten. Dies kann 
wahrscheinlich sogar den Spielbetrieb des DESC gefährden." 
Dieser Einwurf sollte bei der Überarbeitung berücksichtigt werden. 

- - - 

02.c) Helmut Hirscheider: Rücktritt aus der Revisionskommission 

Ich sehe das genauso wie Ralf. 

1. Sind wir für so einen Fall nicht zuständig, die Wahl betrifft nicht den 
Spielbetrieb. 

2. Die Revision ist hier natürlich befangen, und nicht nur Manfred, 
sondern alle. 

Ich sehe das Ganze als nicht akzeptabel an, wenn die Revision über 
sich selbst entscheiden müsste. Vielmehr sehe ich das so, dass in dem 
Fall eher das A - Team zuständig ist. 

Was den Fall selbst anbelangt, bin ich der Meinung von Jörg! 

Damit der Fall nicht wieder ausartet, was in der Vergangenheit bei 
jeder Diskussion geschehen ist, setze ich den ganzen Spuk gleich 
von mir aus ein Ende. 

Ich gebe also hiermit bekannt das ich definitiv als Revisionär, mit 
sofortiger Wirkung, zurück trete, und der Weg für Rolf Plümmer 
als neutrales Mitglied für die Revision frei ist. 

Gruß und guten Rutsch ins neue Jahr. 
Helmut 

+ // + 


03.) Michael Schirmer:  Meisterschaft 2011 : Anmeldezeitnot! 

Jetzt wird es höchste Eisbahn ... äh ... Eisenbahn. Gemeint ist damit 
eine pünktliche, also nicht deutsche, Eisenbahn. 

Die Anmeldung für die Meisterschaft des DESC ist nur noch 4 Tage 
lang, nämlich bis 

=> Freitag, 07. Januar 2011, 00:00 h möglich. 

Das bedeutet für Dich: In genau 100 Stunden nach Erscheinen dieses 
Newsletters musst Du Dich angemeldet haben! Denn dass Du mit 
dabei sein möchtest, steht doch wohl außer Frage. 

Die Meisterschaft des DESC startet am 15. Januar 2011. 
Also melde Dich am besten gleich  j e t z t  an! 

Und zwar a) zum M e i s t e r t u r n i e r 
http://www.desc-online.de/turniere/meisterschaft/2011/ 

oder b) zum  H a u p t t u r n i e r 
http://www.desc-online.de/turniere/meisterschaft/2011/hauptturnier 

Solltest Du besser als Elo 1941 sein oder im Open 2009 Gruppensieger 
geworden sein oder eine andere, ausreichende Halbqualifikation erzielt 
haben, die Du hier findest: 
http://www.desc-online.de/turniere/meisterschaft/2011/ 
dann machst Du mit; und zwar beim Meisterturnier! 

Und wenn nicht ... 
dann machst Du natürlich auch mit! Und zwar beim Hauptturnier. 

WICHTIG: Anmeldeschluss ist schon am 07.01.2011, 20:00 h !! 

Ich würde mich natürlich freuen, wenn Ihr auch in diesem Jahr 
wieder zahlreich teilnehmen würdet ;-) Wir sehen uns am Brett! 
(Michael Schirmer, Turnierdirektor der DESC-Meisterschaften) 

+ // + 


04.) Friedrich Irmer: Die Pyramide mit dem Wochenzettel 

Die Zeit „zwischen den Jahren“, im alten Ägypten Heriu - Renpet 
[ http://www.land-der-pharaonen.de/Wissenschaften/wissenschaften.html ] 
genannt, lag damals noch in der nicht ganz so kalten Jahreszeit 
zwischen Ende Mai und Anfang Juni. Und auch wenn diese Tage 
natürlich von den Chatiu - Dämonen beherrscht werden, so stand 
das Leben doch nicht ganz still. 

Und auch in der Pyramide gab es in der Woche zwischen den Jahren 
zwei Ergebnisse und drei Herausforderungen! Ralf Bruening konnte 
seinen Platz trotz Glatteis gegen Karin Martins behaupten: 

Martins,Karin  (Eb.11) : Bruening,Ralf (Eb.9), P2010.059 [C02] 
1.e4 e6 2.d4 d5 3.e5 c5 4.c3 Nc6 5.Nf3 Qb6 6.a3 c4 7.Nbd2 Na5 
8.g3 Bd7 9.h4 O-O-O 10.Bh3 h6 11.O-O Ne7 12.Re1 Kb8 13.Bg2 Rg8 
14.Rb1 Nf5 15.b4 cxb3 16.Nxb3 Ba4 17.Nfd2 g5 18.h5 Rc8 
19.Nc5 Bxd1 20.Nd7+ Ka8 21.Nxb6+ axb6 22.Rxd1 Rxc3 23.Bb2 Rc2 
24.g4 Nh4 25.Bh1 Be7 26.Nf1 Nc4 27.Ba1 Rc8 28.a4 Ka7 29.Ne3 Ra2 
30.Nxd5 exd5 31.Bxd5 Rxa4 32.Kf1 f5 33.Bxc4 Rcxc4 34.d5 Bc5 
35.gxf5 Nxf5 36.d6 Rf4 37.Rd2 Ne3+ 38.Ke1 Nc4 39.Rdb2 Nxb2 
40.Bxb2 Rxf2 41.Ra1 Rxa1+ 42.Bxa1 g4 43.d7 Rf8 44.Ke2 g3 
45.d8=Q Rxd8 46.Kf3 Rd3+ 47.Kg2 Ra3 48.Bb2 Ra2 49.Kxg3 Rxb2 
50.Kf3 b5 51.e6 b4 52.Kg3 b3 53.e7 Re2 54.Kf3 Rxe7 55.Kg2 b2 
56.Kg3 b1=Q 57.Kh3 Rg7 58.Kh2 Qg1+ 59.Kh3 Qh1#  0:1 

Karin will den Platz auf Ebene 11 aber unbedingt verlassen und macht 
natürlich sofort weiter. Sie spielt ab 11.01.11 die Partie P2011.003 
gegen Joachim Lindner um den Platz auf Ebene 9. 

Und die letzte Herausforderung des vergangenen Jahres stammt von 
dem neu auf Ebene 15 eingestiegenen Juergen Kuehn. Gleich in seiner 
ersten Pyramidenpartie will er sich gegen Stefanie Beer (Ebene 14) 
durchsetzen. Die Partie beginnt offiziell am  18.01.2011. 

Und ein erstes Ergebnis liegt dieses Jahr auch bereits vor: 
Roland Watson verteidigte seinen inzwischen erreichten Platz auf 
Ebene 5 mit einem Remis gegen Ralf Rennert: 

Rennert, Ralf (Eb.9) : Watson, Roland (Eb.5), P2010.035 [A03] 
1. f4 d5 2. b3 Nf6 3. Bb2 g6 4. Nf3 Bg7 5. e3 O-O 6. Be2 c5 
7. O-O Nc6 8. Ne5 Qc7 9. Nxc6 Qxc6 10. Bf3 Rd8 11. Qe2 Bf5 
12. d3 Qb6 13. Be5 Rac8 14. a4 Qa5 15. Nd2 Be6 16. Rac1 h5 
17. c4 Qb4 18. h3 d4 19. exd4 cxd4 20. a5 Bf5 21. Ra1 Qc3 
22. Rfc1 Bxd3 23. Qf2 Qb2 24. Bxb7 Rc5 25. Ne4 Qxf2+ 
26. Nxf2 Be2 27. Ra2 d3 28. b4 Rxe5 29. fxe5 d2 30. Rd1 Bxd1 
31. exf6 Bg4 32. hxg4 d1=Q+ 33. Nxd1 Rxd1+ 34. Kf2 Bxf6 
35. gxh5 gxh5 36. c5 Rb1 37. c6 Bd4+ 38. Kf3 Be5 39. Rd2 Rb3+ 
40. Kf2 Rxb4 41. Rd7 Rc4 42. Rxe7 Bh2 43. Re8+ Kg7 
44. Ra8 Rc1 45. Ke2 Bg1 46. Kd2 Rc4 47. Rd8 Bh2 48. Kd3 Rc5 
49. a6 Bc7 50. Rd4 Kf6 51. Ke4 Re5+ 52. Kf3 Rc5 53. Rd7 Bb6 
54. Rd6+ Ke7 55. Rh6 Rg5 56. Rh8 Kf6 remis 

Aber auch dieses Jahr müssen alle Spieler, die eine Partie beendeten, 
vor dem Fluch der Pyramide bzw. dessen örtlicher Vertretung zittern. 

Ab 16.01.2011 müssen sich also Herausforderer Ralf Rennert (Eb.9) 
und Roger Mayer (Eb.6) als Verteidiger ans Brett setzen. 

In diesem Sinne allen ein schönes 2011 : möge es viel besser werden 
als das vergangene! 

+ // + 


05.) Ralf Mulde: Eine Legende verlässt den DESC, Zoltan Sarosy 

Zoltan Sarosy ist ausgetreten. Wer ihn noch gar nicht kennenlernen 
konnte, hat nicht im einzigen Turnier mitgespielt (warum eigentlich 
nicht?), dem SZ071, das Zoltan im DESC mitspielte. 
http://www.desc-online.de/turniere/7er/turniertabelle.php?turnier=SZ071 
Dort belegte er scheinbar mühelos einen guten 2.Platz. 

Zoltan begleitete seinen Austritt mit dem Hinweis darauf, dass er 
mittlerweile ein Alter erreicht habe, das ihm die Teilnahme an 
Turnieren schwer mache. Und spätestens das war der Moment, in 
dem etwas geforscht werden musste; und Unglaubliches trat zutage. 
http://en.wikipedia.org/wiki/Zoltan_Sarosy 

Sarosy, Zoltan L. : Ward, Gerald, corr Teammatch 1954 [A18] 
1.c4 Nf6 2.Nc3 e6 3.e4 d6 4.d4 Be7 5.Be3 Nbd7 6.f3 O-O 7.Bd3 e5 
8.d5 c6 9.dxc6 bxc6 10.Nge2 Bb7 11.Qb3 Rb8 12.Bxa7 Nc5 
13.Bxc5 dxc5 14.Qc2 Qc7 15.O-O Nh5 16.g4 Nf4 17.Nxf4 exf4 
18.Rad1 Bf6 19.e5 Qxe5 20.Bxh7+ Kh8 21.Rfe1 Qg5 22.Ne4 Qh4 
23.Nxf6 Qxf6 24.Be4 Bc8 25.Rd2 Be6 26.b3 Rbd8 27.Red1 Rd4 
28.Rxd4 cxd4 29.Bxc6 Bxg4 30.fxg4 Qxc6 31.Qf2 Rd8 32.Qh4+ 1:0 

Zoltan Sarosy ist ein heute tatsächlich 104 Jahre junger, kanadischer 
Schachspieler und weltweit in allen möglichen Datenbanken vertreten. 

http://www.canadianchess.info/canadianchesshistory/CanadianChessBiographiesS.html#SAROSY 
http://canbase.fqechecs.qc.ca/players.htm 

Die eigentliche Überraschung des gestrigen Tages ergab sich aber erst, 
als Udo Totorat den Turnierleitern eröffnete, dass er, Udo, Zoltans 
Vater sei ; und der von Jopi Heesters (geb.5.12.1903) vermutlich 
gleich noch dazu. Ja, wir sind in der Faschings-Saison ... 

+ // + 


06.) Friedrich Albin Irmer: Neues von Albins T0214 Gegengambit 

"Bedauerlich ist es, dass ihm die Stirn zu bieten du nicht konntest 
erwarten!" ... Meister Yoda 
(der aus Star Wars, der auch nach 1000 Jahren immer noch Probleme 
mit der Grammatik hat und von dem jetzt nur noch 8 Zitate zu ertragen 
sind) 

Jung, Reiner : Pech, Jaroslav, T0214.13 [D09] 
1.d4 d5 2.c4 e5 3.dxe5 d4 4.Nf3 Nc6 5.g3 Nge7 6.Bg2 Ng6 
7.O-O Ngxe5 8.Nxe5 Nxe5 9.Na3 Be7 10.Nb5 O-O 11.Nxd4 Nxc4 
12.b3 Bf6 13.e3 Nd6 14.Ba3 Re8 15.Rc1 a6 16.Qf3 Ne4 17.Qf4 Nd6 
18.Rfd1 Be5 19.Qf3 g6 20.Qe2 Rb8 21.Qc2 Qf6 22.Nf3 Bf5 
23.Qxc7 Nb5 24.Qxe5 Rxe5 25.Bb2 Qe7 26.Nxe5 f6 27.Nc4 Bg4 
28.Rd2 Rc8 29.h3 Be6 30.Rcd1 h5 31.a4 Na7 32.Rd6 1:0 

+ // + 


07.) Ralf Mulde: Unsere Teams. Unsere Jungs. Gegen die Mädels 

Es ist unfassbar. Vielen ist es völlig geläufig, beim Eintragen der 
Ergebnisse ungefähr abwechselnd 1:0 und 0:1 und remis bzw. das 
umständlichere 0.5:0.5 einzutragen. So lange ich aber Pol Rubi Lopez 
vertrete, ist es ein langer, grauer Zug von remisremisremisremisremis, 
bisher nur ein einziges Mal von Manfred Dorer (ich danke Dir!) mit 
einem geradezu bunten 1:0 unterbrochen. 

Im Wettkampf mit dem IECC wurden bisher  z e h n  Begegnungen 
beendet und jede einzelne davon endete im Unentschieden. Das ist 
eigentlich für uns ein gutes Ergebnis, zumal am letzten Brett, eher 
außer Konkurrenz, die „Altkapitäne“ Conrad Goodman und Ralf 
Mulde eine einzelne Partie ausspielten, in der der Amerikaner rund 
300 Ratingpunkte (je nach System) im Vorteil war und sich auch noch 
die weißen Spülsteine organisiert hatte ... naja, auch remis. Zehnmal. 
Allerdings sind insgesamt 47 Partien, es ist nicht zu erwarten, dass 
jede davon in der Punkteteilung enden wird. Bisher also 5.0 : 5.0 . 

Und dann der zweifellose Höhepunkt aller bisheriger Teamtreffen des 
DESC, der Wettkampf „Jungs gegen Mädchen, nämlich DESC gegen 
den nun mal ausschließlich aus Damen, Frauen, Mädchen bestehenden 
WCCC. Nach dem, was schon im Mannsch.Open 2009 des DESC vom 
WCCC sichtbar wurde (und erst recht, als klar wurde, dass die ja 
t a t s ä c h l i c h  mit Großmeisterinnen antraten), tippte ich auf eine 
deutliche Niederlage des DESC, aber, Überraschung: Wir halten uns gut. 
Es wurden von sieben Partien sechs remisiert; nur Manfred Dorer, ein 
Mann, ein Held, schritt vom Team umjubelt mit einem Sieg vom Brett. 

+ // + 


08.) Stefan Warnest: Aber ein Newsletter wird immer fehlen ! 

Zuletzt fahndeten wir an dieser Stelle nach dem Newsletter 14/2002. 
Holger Hentze hechtete sofort zum Bücherregal, zog dort eine unter 
breiten Schichten anderer CDs liegende Scheibe hervor und schrieb 
uns wenige Sekunden später: 

"In meinem Besitz ist eine "DESC Club CD 2003", die auch einen 
Newsletter 14/2002 enthält. Allerdings hat dieser folgenden Inhalt: 
"Der ist leider ausgefallen :-( " 

Herzlichen Dank, Holger! Von der Existenz dieser CD wusste nach 
all den Jahren schon niemand mehr etwas. Du bist hiermit zum 
Geheimen Rat ... zum Geheimen Archivar des DESC ernannt. 

+ // + 


09.) Irres, Wirres und Theoretisches aus der Welt < da draußen > 

Abschied von Paul Keres. Wieso Abschied? Ist der nicht schon 1975 
auf der Rückreise des Turniers von Montreal verstorben (und 1916 
geboren, bevor jemand nachschlagen muss)? Schon richtig. Aber der 
Este Paul Keres war meines Wissens der einzige Schachspieler, der es 
bis auf die Banknote seines Heimatlandes geschafft hatte (Capablanca, 
Euwe und bestimmt noch anderen wurden ihrer begeisterten Heimat 
"nur" eine Briefmarke gewidmet - immerhin!). 

Euwe, Max : Keres, Paul, Match Amsterdam 1940 [E19] 
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nf3 b6 4.g3 Bb7 5.Bg2 Be7 6.O-O O-O 7.Nc3 Ne4 
8.Qc2 Nxc3 9. Qxc3 d6 10.Qc2 f5 11.Ne1 Qc8 12.e4 Nd7 13.d5 fxe4 
14.Qxe4 Nc5 15.Qe2 Bf6 16. Bh3 Re8 17.Be3 Qd8 18.Bxc5 exd5 
19.Be6+ Kh8 20.Rd1 dxc5 21.Ng2 d4 22.f4 d3 23. Rxd3 Qxd3 
24.Qxd3 Bd4+ 25.Rf2 Rxe6 26.Kf1 Rae8 27.f5 Re5 28.f6 gxf6 
29.Rd2 Bc8 30. Nf4 Re3 31.Qb1 Rf3+ 32.Kg2 Rxf4 33.gxf4 Rg8+ 
34.Kf3 Bg4+ 0:1 

Und Estland ist am 1.1.2011 nun mal "dem Euro beigetreten", so dass 
die 5 Kronen (Krooni) Banknote mit Keres nun verschwinden wird. 
Schachsammler, aufgemerkt ...! 
http://montreal-universal.com/images-products-1032-0-large-Estonia-5-Krooni-Notes-1991-EST-71A-.jpg 

Die neuen Banknoten sind (warum wohl) den auch hierzulande 
dominierenden ähnlich und weisen nun keine Persönlichkeiten mehr, 
sondern Bauwerke im Wechsel der Architekturepochen auf. 
http://www.ecb.int/euro/banknotes/html/index.en.html 
Mit diesem Zementgerümpel statt stets vielschichtiger Menschen kann 
man natürlich politisch weniger falsch machen, aber schade ist es doch, 
dass die Ratespiele "welche Person ist auf dieser Banknote aus xyland 
abgebildet?" nun nicht mehr möglich sein werden. 
- - - 

Eine hübsche Gelegenheit, sehr viele und noch dazu recht seltene 
Partien aus der UdSSR zu ergattern, fand ich hier: 
http://al20102007.narod.ru/ch_repub.html 

Klickt man auf ein Turnier, das einen gerade interessiert, erhält man 
(meistens ... oft) einerseits eine Tabelle und andererseits die noch 
vorliegenden Partien dieses Turniers, die im gezippten pgn zum 
kostenfreien Download auf der Seite liegen. 

Die unten benötigten Partien aus dem Turnier zu Moskau 1935 aber 
entnahm ich dieser Sammlung: http://www.pgnmentor.com/files.html 
- - - 

Was fällt einem zu Löwe, Fahrrad, Fisch und Schach ein? Dass in 
dieser Reihe das Fahrrad nichts zu suchen hat, wie wie unten sehen. 

Als ich mir ein Abspiel des Vierbauernangriffs im Aljechin vornahm, 
war immer wieder von dem ohne Fahrrad die Rede, nämlich von 
Loewenfisch; über Grigorij Jakowlewitsch wird also unten berichtet. 

In fast allen Büchern über die Aljechin .Verteidigung wird deutlich, 
dass deren Autoren schlicht voneinander abschrieben, ohne aber, wie 
es der zahlende Leser erwarten darf, das nur scheinbar „gesicherte 
Wissen“ zu überprüfen. Das geschieht auch sonst recht oft, wird aber 
zumeist rasch mit einigen widerlegende Partien wieder aus der 
Literatur gefegt. Das geschieht aber nicht, wenn die ganze Variante 
kaum noch gespielt wird, weil ihr Ruf mittlerweile zerrüttet ist. So 
war es wohl mit dem Abspiel mit -Nb4 im Vierbauern - Angriff der 
Aljechin . Verteidigung, das ich mir neulich vornahm. 

Nur im neuen Werk von Bogdanow, der wohl zum ersten Mal alles 
genau unter die Lupe nahm, ist eine allerorten zitierte „Analyse von 
Löwenfisch“ (die im Original nirgendwo zu finden ist) widerlegt 
worden. Ob damit die Variante insgesamt wirklich zu empfehlen sein 
wird, ist mir noch nicht ganz klar, aber das Urteil „Weiß steht auf 
Gewinn“ kann man getrost vergessen. 

1.e4 Nf6 2.e5 Nd5 3.d4 d6 4.c4 Nb6 5.f4 dxe5 6.fxe5 Nc6 7.Be3 Bf5 
8.Nc3 e6 9.Nf3 Nb4 10.Rc1 c5 11.Be2 cxd4 12.Nxd4 Bg6! 
13.c5?! Nd7 14.Qa4 

Das ist ist es. Die Stellung, die allerorten zitiert wird. In dem ältesten 
mir vorliegenden Werk von Eals & Williams, von dem womöglich 
danach Bagirow, Burgess usw. abschrieben, geht es fehlerhaft weiter: 

14...Nd3+? 15.Bxd3 Bxd3 16.Rd1 Bg6 17.c6+- 
"with a winning advantage (analysis by Levenfish)", Eals & Williams, 
S.20. Das also ist die überall herumgeisternde Loewenfisch - Analyse. 

Bogdanow erledigt das auf S.54 mit dem viel besseren 
14...Bxc5 15.Nxe6 Nc2+ 16.Qxc2 Bxc2 17.Nxd8 Bxe3 18.Rxc2 Rxd8 
Der schwache Bauer e5 sollte Schwarz gute Chancen bieten. -rm-] 

Sagorowskij,V : Trevers, corr UdSSR 1977  [B03] 
1.e4 Nf6 2.e5 Nd5 3.d4 d6 4.c4 Nb6 5.f4 dxe5 6.fxe5 Nc6 7.Be3 Bf5 
8.Nc3 e6 9.Nf3 Nb4 10.Rc1 c5 11.Be2 cxd4 12.Nxd4 Bg6! 13.0–0 Nc6 
14.Nxc6 bxc6 15.c5 Nd5 16.Nxd5 exd5 17.Qa4 Qc7 18.Bf4 Qb7 
19.Ba6 Qd7 20.b4 Be4 21.b5 d4 22.Rfe1 Bd5 23.Qxd4 Be7 1:0 

Allerdings sind auch mit dieser verbesserten Zugfolge die schwarzen 
Erfolge im leicht überschaubaren Bereich angesiedelt: 

Feigin (2505) : Malachatko (2405), Open Minsk (8), 1997 [B03] 
1.e4 Nf6 2.e5 Nd5 3.d4 d6 4.c4 Nb6 5.f4 dxe5 6.fxe5 Bf5 7.Nc3 Nc6 
8.Be3 e6 9.Nf3 Nb4 10.Rc1 c5 11.Be2 cxd4 12.Nxd4 Bg6 13.a3 Nc6 
14.Nxc6 Qxd1+ 15.Rxd1 bxc6 16.Bf3 Rc8 17.Bxb6 axb6 18.Na4 b5 
19.Nb6 Rc7 20.Na8 Rc8 21.Nb6 Rc7 22.b4 bxc4 23.Nxc4 Be7 
24.Nd6+ Kf8 25.Rc1 Bg5 26.Rxc6 Rxc6 27.Bxc6 Bf4 28.0–0 Bxe5 
29.Rd1 Bh5 30.Rd3 Ke7 31.Nc4 Bf4 32.g3 Bb8 33.Rd7+ Kf6 34.a4 e5 
35.Ne3 Ke6 36.Rb7 Bd6 37.Bd7+ Kf6 38.Nd5+ Kg5 39.h4+ 1:0 

Nicht nur nebenbei: Bogdanows dünnes, aber sehr gute Buch ist für 
einen fair angelegten Preis bei unserem Partner Niggemann zu haben: 
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Zurück  Löwe, Fahrrad, Fisch und Schach, nämlich Loewenfisch. 

Grigorij Jakowlewitsch Loewenfisch (Grigorij Jakovlevic Levenfiš 
oder Grigory Yakovlevich Levenfish) wurde am 7. März 1889 als 
Gerszik Lewenfisz in Piotrków Trybunalski geboren, er war nämlich 
ein jüdischer Russe oder auch Pole. In jenen Zeiten, in denen sich die 
Ländergrenzen öfter mal veränderten, gerade in Polen, ist das nicht so 
leicht zu sagen. Beides, sein frühes Geburtsjahr und die Tatsache, dass 
er Jude war, sollten ihn später unverschuldet ins Unglück stürzen. 

Loewenfisch,Grigory : Lasker,Emanuel, Moskau 1935 [D56] 
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Be7 5.e3 0–0 6.Nf3 h6 7.Bh4 Ne4 
8.Bxe7 Qxe7 9.Qc2 Nxc3 10.Qxc3 c6 11.Bd3 Nd7 12.0–0 Rd8 
13.Rac1 Nf8 14.Ne5 Bd7 15.f4 f6 16.Nf3 dxc4 17.Bxc4 Be8 
18.Rf2 Bf7 19.Bb3 Rac8 20.Qa5 b6 21.Qa6 Rc7 22.Rfc2 Rdc8 
23.Rc3 c5 24.Qa3 g5 25.dxc5 bxc5 26.Bc4 Rb8 27.b3 Nd7 28.Be2 e5 
29.fxe5 Nxe5 30.Nxe5 Qxe5 31.Qa6 Kg7 32.Bf3 Rd8 33.Qe2 h5 
34.Qf2 g4 35.Be2 Rd2 36.R3c2 Rcd7 37.Qf4 Qxf4 38.exf4 Bg6 
39.Rxd2 Rxd2 40.Kf1 Rxa2 41.Rxc5 remis 

Aus der Tatsache, dass er als 20jähriger ab 1909 in  St.Petersburg 
Chemie studieren konnte, leitet sich ab, dass er einerseits begabt war 
und dass er (oder seine Familie) andererseits im Russland des Zaren 
Nikolaus mit einigen wichtigen Menschen bekannt geworden war. 

Natürlich spielte Loewenfisch Schach, so wie es seit Tschigorin, 
Schiffers und all den anderen im intellektuellen Russland üblich war. 
Und wie alle Studenten, die Schach spielen, tat er das in dieser Zeit 
ganz besonders intensiv. Wer die (recht oft unzuverlässige) deutsche 
Wikipedia zu Loewenfisch liest, stutzt schon zu Beginn. Dort steht: 

"Grigori Loewenfisch studierte ab 1909 in Sankt Petersburg Chemie, 
wo er mit Schach in Berührung kam. Auf dem Turnier von Karlsbad 
1911 erlangte er den Meistertitel des Deutschen Schachbundes." 
In diesem Satz stecken gleich zwei Fehler, die der DESC Leser gewiss 
erkennen wird; ich wünsche Spaß beim Entschlüsseln! Erste Hilfe hier: 
http://en.wikipedia.org/wiki/Carlsbad_1911_chess_tournament 

Man verglich das Spiel des Chemikers, der nie ein Schachprofi wurde, 
mit dem Tschigorins. Es verwundert schon, über welch lange Zeit es 
Loewenfisch gelang, seine Spielstärke zu halten, ohne ein weiteres 
Mal einmal außerhalb der UdSSR spielen zu dürfen. Man muss sich 
klarmachen: Der heute vergessene Loewenfisch war zeitweise der 
beste Spieler der UdSSR und damit zwangsläufig auch der Welt. 

Kan,Ilia Abramovich : Loewenfisch,Grigory, Moskau 1935 [D30] 
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Nf3 Nf6 4.e3 e6 5.Nbd2 c5 6.b3 Nc6 7.Bb2 Bd6 
8.Rc1 cxd4 9.exd4 Qe7 10.Ne5 Ba3 11.Bxa3 Qxa3 12.cxd5 exd5 
13.Nxc6 bxc6 14.Bd3 Bg4 15.Qc2 Qe7+ 16.Kf1 0–0 17.h3 Bd7 
18.g3 Rae8 19.Kg2 g6 20.Nf3 Rc8 21.Qc5 Rfe8 22.Ne5 Qd8 
23.Rhe1 Re6 24.f4 Qb6 25.Qc3 Rd6 26.g4 Ne8 27.Qc5 Qc7 
28.f5 Ng7 29.Rf1 Be8 30.Rc2 f6 31.Nf3 gxf5 32.Bxf5 Bd7 
33.Nh4 Bxf5 34.Nxf5 Nxf5 35.Rxf5 Qe7 36.Rcf2 Rf8 37.g5 h6 
38.gxf6 Rfxf6 39.Rxf6  remis 

Man siegt nicht dreimal (1922, 1924, 1925) in der Meisterschaft von 
Leningrad, eigentlich ja viermal, wenn man die von 1909 mitrechnet 
(St.Petersburg ist eine der Städte, die wie Konstantinopel gelegentlich 
den Namen wechselte); man wird nicht einmal Dritter (1920) und 
zweimal Zweiter (1923 und 1934) und sogar einmal Champion (1937) 
der UdSSR, wenn man auf bloßem Amateurniveau verharrt. 

Und ein Match mit dem viel jüngeren Mikail Botwinnik (17.Aug.1911 
bis 5.Mai 1995) unentschieden zu spielen, ist auch nicht vielen auf der 
Welt gelungen; Loewenfisch schon, nämlich 1937 nach 13 Partien. 

Ganz klar: Loewenfisch war er bei dem Internationalen Turnier zu 
Moskau 1935 mit von der Partie. Aus dem habe ich die Partiebeispiele 
entnommen und darauf geachtet, damit nebenbei noch ein paar andere, 
vergessene Spieler jener Zeit ein wenig zum Leben zu erwecken. 

Es muss hier unklar bleiben, ob auch sie Opfer der russischen 
Schachpolitik um Botwinnik wurden. Das ganze Turnier, in dem 
Loewenfisch mit 10.5/19 geteilter Sechster (Botwinnik & Salo Flohr 
siegten) wurde, steht heute kaum noch im Bewusstsein der Schachwelt, 
vielleicht weil es meines Wissens kein Turnierbuch gibt. 

Dabei ist dieses Turnier ist für die Schachgeschichte schon deshalb 
wichtig, weil einerseits Emanuel Lasker so etwas wie seine grandiose 
Abschiedsgala gab und hier als 67jähriger Zweiter wurde. Außerdem 
schottete sich aber diesem Datum das Russische Schach auf Jahrzehnte 
von der Außenwelt ab, wie es Salo Flohr berichtete: 

„Nach Moskau 1925 ... gab es einen langjährigen Stillstand; kein 
Russe kam nach dem Westen, kein Ausländer kam nach Moskau. Man 
wusste fast nichts von dem, was sich schachlich in der Sowjetunion tat. 
Literatur kam nach dem Westen fast gar keine, und außerdem war alles 
in Russisch, einer Sprache, die schwer zu lesen ist.“ [in: Hans Mueller: 
Botwinnik lehrt Schach, Hamburg o.J., S.6] 

Bohatirchuk,Fedor Parfenovich : Loewenfisch, Moskau 1935 [B14]
1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 Nf6 5.Nc3 g6 6.Nf3 Bg7 7.c5 Nc6 
8.Bb5 0–0 9.0–0 Bg4 10.Be3 Ne4 11.Be2 Nxc5 12.dxc5 Bxf3 
13.Bxf3 d4 14.Na4 dxe3 15.fxe3 Qc7 16.Qb3 Be5 17.h3 Rad8 
18.Rad1 Bg7 19.Bxc6 Rxd1 20.Rxd1 Qxc6 21.Kh1 Rc8 22.Nc3 e6 
23.Rd3 Be5 24.Qb4 Qxc5 25.Qxb7 Rb8 26.Qf3 Rxb2 27.Rd7 Qf8 
28.e4 Rc2 29.Qd1 Rf2 30.Kg1 Qc5 31.Na4 Qe3 0:1

Loewenfisch glänzte, überragte aber nicht immer; in Leningrad 1936, 
einem nun eben rein russischen Turnier, wurde er mit 8.5/14 Dritter 
und beim Leningrader / Moskauer Trainingsturnier 1939 wurde es mit 
10/17 ein geteilter Dritter Platz, hinter Flohr und, noch seltsamer, 
Samuel Reshevsky, der eine Tscheche, der andere Pole oder ab 1920 
de facto US-Amerikaner. Allzu weit kann die Abschottung also noch 
nicht gegangen sein. 

Natürlich war Schach im Zweiten Weltkriegs nebensächlich, aber es 
in der UdSSR fanden doch einige Turniere statt, so dass Loewenfisch 
noch 1940 ein Match gegen Vladimir Alatortsev gewinnen konnte. 

Danach wurde es im Schach still um Loewenfisch. Das lag nicht an 
ihm, sondern an der russischen Schachpolitik, die schon damals unter 
dem Einfluss, wenn nicht unter dem Befehl Botwinniks als Teils des
KGB bzw. der Aktiven des Politbüros stand (eine Stellung, die später
von Karpow bis zur Auflösung der UdSSR übernommen wurde). 

Gesetzt war der 22 Jahre jüngere Botwinnik, obwohl Loewenfisch der 
aktuelle UdSSR Meister war. Botwinnik wurde zum äußerst wichtigen 
AVRO Turnier 1938 entsandt und Loewenfisch an den Rand gedrängt; 
Missachtung und bald Repression dem Juden Loewenfisch gegenüber 
ging so weit, dass man ihn ohne echtes Einkommen in einem nahezu 
ungeheizten Raum eines verrotteten Wohnblocks stopfte und das dann 
„Mietwohnung“ nannte. Schon unter den Zaren des 19.Jh war Russland 
antisemitisch und das verstärkte sich in Lenins postrevolutionärer 
UdSSR sogar noch. 

Loewenfisch sollte vergessen werden. Er einer der vorrevolutionären 
Meister der UdSSR, so wie Aljechin oder Bogoljubow, denen es aber 
(mit skandlösen Methoden) gelang, auch ohne „ihr Land“ im Westen 
Karriere zu machen. Loewenfisch aber erhielt keine Reiseerlaubnis, 
er wurde nicht unterstützt, er saß in der Kälte und fror. Endlich gab 
man ihm eine Stelle als Ingenieur in der Glasindustrie, die nahm er an 
und Schach ... spielten andere. 

Smyslow, der ebenfalls nicht immer auf einfache Lebensumstände 
traf, erzählte später, dass Loewenfisch mit einem ganzen Arm voll 
Papiere zu ihm gekommen sei; es handelte sich um sein Lebenswerk, 
die „Theorie der Turmendspiele“. Smyslow sah, wie gebeten, das 
Werk durch, veränderte lediglich ein paar Kleinigkeiten und 1957 
wurde das Buch unter beider Namen verlegt. Und zu kaufen ist es noch 
heute, z.B. auf englisch bei unserem Partner, dem Beyerverlag: 
http://www.beyerverlag.de/advanced_search_result.php?keywords=levenfish&x=0&y=0

Diese Story ist weniger empörend als sie sich anhört; ein berühmter 
Name wie der des Weltmeisters wirkt eben absatzfördernd. Alle / fast 
alle Bücher von Euwe z.B. wurden, wie wir heute wissen, von Haije 
Kramer geschrieben, nur taucht der kaum auf deren Buchdeckel auf. 

Loewenfisch : Riumin,Nikolay Nikolaevich, Moskau 1935 [D68] 
1.d4 Nf6 2.c4 e6 3.Nc3 d5 4.Bg5 Be7 5.e3 0–0 6.Nf3 Nbd7 7.Rc1 c6 
8.Bd3 dxc4 9.Bxc4 Nd5 10.Bxe7 Qxe7 11.0–0 Nxc3 12.Rxc3 e5 
13.Qc2 exd4 14.exd4 Nf6 15.Re1 Qd6 16.Ng5 Qf4 17.Nxf7 b5 
18.Bb3 Rxf7 19.Re7 Nd5 20.Bxd5 cxd5 21.Rxc8+ Rxc8 
22.Qxc8+ Rf8 23.Qe6+ Kh8 24.Qe3 Qf5 25.g3 h6 26.Kg2 a6 
27.Re5 Qc2 28.Qe2 Qc4 29.Qxc4 dxc4 30.Rc5 Kg8 31.a4 Rd8 
32.axb5 axb5 33.d5 Rb8 34.Kf3 Kf7 35.Ke3 Ke7 36.Kd4 Kd7 
37.Kc3 Kd6 38.Kb4 Rf8 39.f4 g5 40.fxg5 hxg5 41.Rxb5 Rf2 
42.Kxc4 Rxh2 43.Rb6+ Kd7 44.Rb7+ Kd6 45.Rb6+ Kd7 46.Rg6 Rxb2 
47.Rxg5 Rb1 48.Rg6 Rd1 49.Kc5 Rc1+ 50.Kd4 Re1 51.g4 Ke7 
52.g5 Rd1+ 53.Kc5 Rc1+ 54.Kb6 Rd1 55.Re6+ Kd7 56.Kc5 Rc1+ 
57.Kd4 Rg1 58.g6 1:0 

Heute erinnert an Loewenfisch nurmehr eine Variante seines Namens. 
1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 g6 6.f4 Das sind nun 
gleich drei Tiere; Loewenfisch im Drachen. Weiß zieht im Falle von 
6. ... Bg7 sofort 7.e5. Bisher glaubte man, dass Weiß so Vorteil erlange, 
aber so einfach scheint das gar nicht zu sein. Einen Eindruck vermittelt: 

Al Modiahki (2569) : Motylev (2680), Dubai Open (3) 2005 [B71] 
1.e4 c5 2.Nf3 d6 3.d4 cxd4 4.Nxd4 Nf6 5.Nc3 g6 6.f4 Bg7 7.e5 Nh5 
8.Bb5+ Bd7 9.e6 fxe6 10.Nxe6 Bxc3+ 11.bxc3 Qc8 12.Bxd7+ Kxd7 
13.Ng5 Qxc3+ 14.Bd2 Qc4 15.Rb1 b6 16.Rb4 Qd5 17.Qg4+ Qf5 
18.Qf3 Nc6 19.g4 Qxc2 20.gxh5 Nxb4 21.Bxb4 h6 22.Qb7+ Qc7 
23.Qxc7+ Kxc7 24.Nf7 Rhg8 25.Nxh6 Rh8 26.Ng4 Rxh5 27.Kf2 Rf8 
28.Kg3 Rb5 29.Bc3 Rc5 30.Bd4 Ra5 31.Re1 Kd7 32.Re2 Ra3+ 
33.Ne3 Rc8 34.Kg4 Ra5 35.Kf3 Ra4 36.Bg7 Rc5 37.Rg2 Rh5 
38.Kg3 Ra3 39.Re2 Rha5 40.h4 R5a4 41.Kf3 Rxa2 42.Re1 R2a3 
43.Rg1 d5 44.Rd1 e6 45.Bd4 Rb3 46.Ke2 Ra2+ 47.Kf3 Ra4 
48.Ke2 Rbb4 49.Be5 Re4 50.Kf3 Ra3 51.Re1 Rb3 52.Kf2 a5  0:1 

Grigorij Jakowlewitsch Loewenfisch starb am 9. Februar 1961 in 
Moskau. Obwohl er einer der großen Spieler der Schachgeschichte 
war, erinnert sich heute kaum noch jemand an ihn. Das war nicht sein 
Verschulden. Er hatte einfach nur die falsche Religion und lebte zur 
falschen Zeit im falschen Staat. 
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Quellen: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Grigori_Jakowlewitsch_L%C3%B6wenfisch 
http://en.wikipedia.org/wiki/Grigory_Levenfish 
http://www.chessgames.com/perl/chessplayer?pid=20042 
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- Ralf Mulde - 

Zuletzt geändert am 08.10.2011